Angriff auf Mitglied der Hells Angels

Bentley-Blutbad: Rocker-Boss niedergeschossen - Verdächtige festgenommen

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Im Hamburger Rotlichtviertel spielten sich gestern filmreife Szenen ab: Als er an einer roten Ampel hielt, wurde ein Mann aus einem anderen Fahrzeug heraus angeschossen.

Bei der Fahrt durch das Hamburger Rotlichtviertel in St. Pauli ist ein 38-Jähriger angeschossen und schwer verletzt worden. Bei dem Mann soll es sich um einen bekannten Rocker der Hells Angels handeln.

Hamburg - Die Hamburger Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zu einem angeschossenen Rockerboss eine tatverdächtige Frau festgenommen. Bei vier Durchsuchungen in der Nacht zu Dienstag im Stadtgebiet hätten Spezialeinsatzkräfte die 23-Jährige festgenommen, teilte die Polizei mit. Sie werde verdächtigt, die Komplizin eines 28-jährigen Deutschen zu sein, der selbst im Gefängnis sitzt und zur Tat angestiftet haben soll.

Laut Ermittler handelt es sich wahrscheinlich um einen persönlichen Racheakt des 28-Jährigen. 2016 soll es einen Tötungsversuch auf ihn und die heute 23-Jährige gegeben haben. Von einem Konflikt zwischen verschiedenen Rockergruppierungen gehen die Ermittler nach derzeitigem Stand nicht aus. Nach Medienberichten handelt es sich bei dem Opfer um den Hamburger Boss der Hells Angels, der am 26. August im Stadtteil St. Pauli in seinem Auto angeschossen wurde.

Update vom 29. August: Rocker-Boss niedergeschossen - neue Details zur Bluttat

Der in der Nacht zum Montag in Hamburg-St. Pauli angeschossene Rocker ist außer Lebensgefahr. Der 38-Jährige habe aber noch nicht vernommen werden können, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Der oder die Täter sind weiter auf der Flucht. Nach Medienberichten handelt es sich bei dem Verletzten um den Hamburger Boss der Hells Angels.

Der 38-Jährige hatte kurz vor Mitternacht mit seinem weißen Bentley an einer roten Ampel vor dem Millerntorplatz an der Reeperbahn gehalten, als aus einem anderen Fahrzeug heraus auf ihn geschossen wurde. Er sei von mehreren Schüssen getroffen worden, teilte die Polizei mit. Der Rocker hatte allein in seinem Auto gesessen. Eine Sofortfahndung nach den Tätern war ergebnislos geblieben.

Erstmeldung vom 28. August: Boss der Hells Angels aus Hamburg in Bentley niedergeschossen

Eine Szene, wie aus dem Film: Ein Mann unternimmt mit seinem weißen Bentley einen nächtlichen Streifzug durch das Hamburger Rotlichtviertel in St. Pauli. Als der 38-Jährige auf der Reeperbahn an einer roten Ampel hält, stoppt ein Fahrzeug neben ihm. Plötzlich fallen Schüsse.

Während der oder die Täter stadtauswärts flüchten, sackt der Fahrer zusammen und wird von den eintreffenden Polizisten schwer verletzt auf dem Fahrersitz angetroffen. Der Mann wird per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und unverzüglich notoperiert. 

Schüsse im Hamburger Rotlichtviertel: Opfer angeblich kriminelles Schwergewicht

Nach ersten Erkenntnissen soll des sich bei dem Mann, der auf der legendären Reeperbahn angeschossen wurde, um niemand Geringeres als um den Hamburger Boss der Hells Angels, Dariusch F., handeln. Über seinen Zustand ist derzeit noch nichts bekannt.

Die Polizei fahndete mit 20 Streifenwagen ergebnislos nach dem flüchtigen Täter oder den Tätern. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Neben der Mordkommission ermittelt auch das Fachdezernat für Milieu-Kriminalität im Landeskriminalamt, zu der die Soko „Rocker“ gehört. Die Polizei vernahm mehrere mögliche Zeugen. Die Hells Angels sind in Hamburg seit 1983 offiziell verboten.

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Dariusch F.: Das ist der Boss der Hamburger „Hells Angels“

Ebenfalls filmreif liest sich der Lebenslauf des Hamburger Hells Angels Boss Dariusch F.. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, sei Dariusch F. bereits mit zwölf Jahren „wegen übler Prügeleien“ von der Schule in Niendorf geflogen. Mit 14 sei er in ein geschlossenes Heim für jugendliche Kriminelle gekommen, das schon damals als berüchtigt galt. „In dem Alter sucht man sich Vorbilder. Für mich waren das die großen Jungs mit den dicken Knarren“, zitiert das Portal den Rocker-Boss.

Auch auf Instagram inzeniert sich Dariusch F., auch „Dari“ genannt, wie es sich für einen Banden-Boss gehört: Mit dicken Autos, Motorrädern, Booten, Uhren, Goldketten vor allem mit Waffen posiert der 38-Jährige im Internet.

Ein Banden-Chef wie aus dem Bilderbuch: Dariusch F.

#turnthepage #nomoretalking #takingcareofbusiness

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#BentleyGt. #V8S #newbaby #glacierblue

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Obwohl die Hells Angels und andere Rocker-Banden verboten wurden, sorgen sie regelmäßig für Schlagzeilen. Zum Beispiel kam es Anfang des Jahres zu 44 Verletzten, als ein Rocker-Krieg in der Düsseldorfer Altstadt eskalierte.

Auch in Bremen gab es auf den Straßen wilde Szenen. Gleich sechs Autos nahm ein betrunkener Autofahrer in der Neustadt Bremen am späten Montagabend mit - die Straße glich einem Trümmerfeld, wie nordbuzz.de* berichtet.

Zudem hält ein Unbekannter die Stadt in Atem. Er schoss von einem Hochhaus-Balkon auf einen Autofahrer. Polizei und SEK fahnden nach dem mutmaßlichen Scharfschützen.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

mit dpa

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