"Schnee-Feuertaufe" bestanden

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- Landkreis - Die Männer des Landkreis-Räumdienstes haben die "Schnee-Feuertaufe" dieses Winters bestanden.

Bei ihren Einsätzen rund um die Uhr brachten sie in den ersten Tagen des neuen Jahres so viel Salz wie noch nie zu Beginn einer kalten Saison aus: Über 2000 Tonnen. Wenn das Wetter weitere "eisige Überraschungen" bereit hält, kann es für den Landkreis allerdings der teuerste Winter aller Zeiten werden.

Schon die letzte Räum-Saison brach alle Rekorde. Der Winterdienst kostete den Kreis rund 750000 Euro. Das sind über 300000 Euro mehr als ein "normaler Winter" zu Buche schlägt. Landkreis-Pressesprecher Manfred Stöger dazu: "Bei der angespannten Kassenlage des Landkreises sind diese Aussichten nicht erfreulich. Landrat Dr. Max Gimple bleibt jedoch bei seinem Versprechen, dass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer trotz aller Etatprobleme oberste Priorität genießt. Am Winterdienst soll nicht gespart werden."

Der größte Salz- und Soleverbrauch, der bisher gemessen wurde, war laut Stöger der 2. Januar. An diesem Tag wurde fast rund um die Uhr gestreut und geräumt. Nur zwischen 23 und 3 Uhr früh gönnten sich die Schneepflugfahrer eine kurze Verschnaufpause. Allein an diesem Tag benötigten sie über 180 Tonnen Salz und 45 Tonnen Sole, um auf dem über 360 Kilometer großen Kreisstraßennetz das Schlimmste zu verhindern.

Dabei habe die vollautomatische Salzbevorratungsanlage auf dem Gelände des Kreisbauhofs in Riedering ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die eine halbe Million teure Anlage verfügt über ein Hochsilo, das mit einer Soleaufbereitungsanlage verbunden ist. So konnte gegenüber früher die Befüllungsgeschwindigkeit der Streufahrzeuge enorm gesteigert werden.

Vom Salzvorrat von knapp 3000 Tonnen zu Beginn dieser Wintersaison wurden bisher bereits rund 2000 Tonnen verbraucht. "Der Nachschub an Salz klappt jedoch ohne Probleme", versichert Stöger. Die Versorgungssicherheit sei gegeben. Es werde laufend nachbestellt und nachgeliefert. Zu Beginn der Woche erwartet man im Kreisbauhof in Riedering eine weitere Lieferung von über 1000 Tonnen Salz. Auch die Kreisbauhöfe in Bad Aibling und Wasserburg brauchten keine Salzknappheit zu befürchten.

Von den insgesamt 13 Großräumfahrzeugen, die im Landkreis unterwegs sind, wurden - wie berichtet - sechs Pflüge der Straßenmeisterei Wasserburg mit High-Tech-Geräten ausgerüstet. Sie verfügen über je eine Rückfahrkamera, die dem Fahrer auf einem Monitor anzeigt, wie es hinter dem Schneepflug aussieht. Zugleich wurde in jedem der Fahrzeuge ein satellitengestütztes Aufzeichnungsgerät installiert. Es liefert fertig ausgedruckt die erforderlichen, handgeschriebenen Einsatzprotokolle, die bisher der Beifahrer erstellen musste. Diese sechs Pflüge können also nun von je einem Fahrer allein bedient werden.

Wie Pressesprecher Stöger hierzu erklärte, hätten sich die Geräte in den vergangenen Tagen unter schwierigsten Einsatzbedingungen bestens bewährt. Es sei zu keinerlei Ausfällen gekommen. Wenn der Versuch in Wasserburg während der gesamten Wintereinsätze erfolgreich verläuft, sollen in der nächsten Saison 2006/07 auch die Großräumpflüge der Straßenmeisterei in Riedering umgerüstet werden. Die High-Tech-Ausrüstung für einen Pflug kostet rund 5000 Euro.

Sollte es wieder zu ähnlich schweren Neuschneefällen wie nach der Jahreswende kommen, appelliert der Kreis-Pressesprecher an die Vernunft der Autofahrer: "Die Räumfahrzeuge können nicht gleichzeitig überall sein. Deshalb soll sich jeder überlegen, ob er eine Fahrt unbedingt antreten muss." Besonders im Chiemgau und im Samerberg-Gebiet sei die Verkehrssituation wegen der Schneemassen in den letzten Tagen und Nächten besonders schwierig gewesen. Für dringende Fälle empfehle es sich deshalb, vielleicht ein paar Schneeketten bereit zu halten, die man im Notfall aufziehen könne.

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