Rote Bete: Ein Mann sieht rot

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In unserer Freitags-Serie verraten Leser ihr Küchengeheimnis. Diesmal kochen Josef und Cäcilia Dunkes aus Jägersdorf (Landkreis Freising) ein farbenfrohes Menü. Wichtigster Bestandteil ist die Rote Bete. „Sie schmeckt gut und ist zudem noch so gesund“, sind sich die beiden Hobbyköche einig.

Mein Küchengeheimnis

In unserer Freitags-Serie verraten Leser ihr Küchengeheimnis. Diesmal kochen Josef und Cäcilia Dunkes aus Jägersdorf (Landkreis Freising) ein farbenfrohes Menü. Wichtigster Bestandteil ist die Rote Bete. „Sie schmeckt gut und ist zudem noch so gesund“, sind sich die beiden Hobbyköche einig.

von stephanie ebner

Wer Rote Bete nur in essigsaurer Marinade aus dem Glas kennt, hat bis jetzt wirklich was verpasst. Denn die Knolle – die je nach Region auch Rote Rübe, Rande oder Rohne – genannt wird, ist nicht nur gesund. „Rote Bete schmecken super“, sagt Josef Dunkes überzeugt und tritt zum Beweiskochen an. Das Ehepaar hat sich ein spannendes Vier-Gänge-Menü ausgedacht. Selbst der Nachtisch besteht aus Roter Bete. Netter Nebeneffekt: Die erdige Knolle bringt Farbe in die triste Winterküche.

Cäcilia und Josef Dunkes (beide 52 Jahre) stehen in ihrer großen Küche in Jägersdorf. Diesmal wollen sie gemeinsam kochen. „Das kommt normalerweise nicht vor“, sagen sie. Aus gutem Grund: „Ich brauche viel Geschirr“, sagt Josef Dunkes. Seine Ehefrau dagegen gehe strukturierter vor. „Da kommen wir uns nur in die Quere“, haben die beiden die Erfahrung gemacht.

Um sich nicht gegenseitig zu stören, haben sie sich die Gänge aufgeteilt: Suppe und Nachtisch bereitet Cäcilia Dunkes vor, Vorspeise und Hauptgang ihr Ehemann. Mit dem Hauptgang – einer kulinarischen Trikolore mit den Farben Italiens – hat der Motorrad-Fan einst das Herz seiner Liebsten erobert. Seither steht am Namenstag von Cäcilia dieses Gericht auf dem Menüplan der Dunkes.

Allen vier Gängen ist gemein, dass sie schnell gehen. Josef Dunkes macht mit seinem Carpaccio den Anfang, eine Reise nach Italien hat ihn dazu inspiriert. Der Freisinger nimmt vorgekochte Rote Bete („Dann geht’s schneller“). Wer will, zieht sich Einmalhandschuhe an, damit die Rote Bete die Hände nicht verfärbt.

Dass Josef Dunkes gut und gerne kocht, war nicht immer so. Zwar kochte er als Bub so manches Mal mit der Mutter mit, doch als er auszog, gab’s erst einmal Dosenkost. „Das war auf Dauer unbefriedigend“, erinnert sich der Jägersdorfer. Er begann auszuprobieren. Einiges ging anfangs schief. Ausgerechnet als seine Eltern zu Besuch waren, tischte der junge Mann einst „ein völlig verunglücktes arabisches Reiterfleisch auf“.

Heute kann Josef Dunkes über sein Ungeschick lachen. Doch er ließ nicht locker. Kochkurse waren „nicht so sein Ding“, „ich habe mir das meiste selbst beigebracht“. Als bei dem Mechaniker auch noch eine Lebensmittelunverträglichkeit gegenüber Geschmacksverstärker festgestellt wurde, musste er zwangsläufig selbst kochen. „Da bleibt einem fast gar nicht anderes übrig.“

Cäcilia Dunkes, eine gebürtige Münchnerin, hat die Liebe zum Kochen erst durch ihren Mann entdeckt. „Früher hat mich das Ganze gar nicht interessiert“, gesteht sie.

Die Dunkes haben in den vergangenen Jahren ihre Ernährung umgestellt. Gesundes Gemüse steht im Vordergrund – lediglich Sellerie, Petersilienwurzel und Fenchel kommen nicht auf den Tisch. Josef Dunkes: „Die schmecken uns einfach nicht.“ So ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden eher die Sommermonate lieben – „da gibt es so viel frisches Gemüse“.

Fleisch kommt bei den Dunkes zwar auch auf den Tisch, aber eben nicht so oft. Freitags setzen sich der Mechaniker und die gelernte Floristin zusammen und überlegen, was am Wochenende gekocht wird. Unter der Woche gibt es eher die schnelle Küche. Die aber auch nicht zu verachten ist: Für so ein schnelles Rezept hat er schon einen Preis eingeheimst.

Das Rote-Bete-Menü ist übrigens sehr zu empfehlen. Unser Fazit: Das Carpaccio geht schnell, die Suppe entführt einen wegen der Zutaten nach Asien. Beim Hauptgang sind die bunten Nudeln der Clou – und kommen sicher auch bei Kindern bestens an. Krönender Abschluss: das Rote-Bete-Eis. Ungewohnt, aber toll!

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