Rampe durch den Fluss

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- Feldkirchen-Westerham - Auf einer Rampe aus 20 Granitsteinen mit insgesamt über 100 Tonnen bahnte sich gestern Vigil Neureither aus Holzham mit seinem Bagger einen Weg durch die Mangfall, um zu dem verkeilten Treibholz an der alten Eisenbahnbrücke zu gelangen.

Nur so konnte ein Teil der Baumstämme entfernt werden. Denn am Mittwochabend waren nach Angaben von Feldkirchen-Westerhams Zweitem Bürgermeister Franz Bergmüller die Versuche gescheitert, das Holz per Seilwinde zu bergen. "Der Druck war zu groß, das Seil riss", sagte Bergmüller, der selbst vor Ort war. Ungewiss ist nach wie vor, wie der nördliche Teil der Brücke von dem Treibgut befreit werden soll. Denn die Rampe für den Bagger kann nicht mehr verlängert werden - zu hoch ist noch der Wasserstand. Bis Redaktionschluss arbeiteten zehn Spezialisten von Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, Feuerwehr und THW daran, erneut per Seilwinde die restlichen Stämme zu bergen.

Stundenlang bemühten sich am Mittwochabend bis 22.30 Uhr Feuerwehr und THW, per Seilwinde das Treibholz aus der Mangfall zu bergen. Es hatte sich bei der alten Eisenbahnbrücke ineinander verkeilt und drohte den Wasserstrom zu blockieren (wir berichteten). Die Einsatzkräfte versuchten dabei, auf dem unwegsamen Gelände ein Seil um die Baumstämme zu legen und sie mit Hilfe eines so genannten MB-Trucks herauszuziehen. Dies gelang auch am Bruckmühler Wehr (siehe auch Bericht "Treibholz: Entwarnung" auf Seite 17), doch an der alten Eisenbahnbrücke bei Feldolling scheiterten die Versuche.

Nach Angaben von Bergmüller konnte der Truck die zentnerschwere Last unter dem Druck des Mangfallstromes nicht ziehen - das Seil riss. Selbst mit Verstärkung, der zweite Truck vom Bruckmühler Wehr wurde zu Hilfe gezogen, konnten die Baumstämme nicht geborgen werden.

Gestern Nachmittag dann ein erneuter Versuch, das Treibgut zu entfernen: Per Bagger wurden 20 Granitblöcke in die Mangfall befördert, auf denen ein Bagger sich dann langsam Stück für Stück zur Brücke vorarbeitete. Mit Fingerspitzengefühl manövrierte Vigil Neureither senior die Maschine über die zuvor in mühsamer Arbeit selbst errichtete "Granitrampe". "Vorsichtig fuhr er Stein für Stein weiter in die Mangfall, um dann mit dem Greifarm das Holz fassen zu können", schilderte Bergmüller. "Nicht ungefährlich", wie er betonte. Denn während der Prozedur löste sich ein Granitblock und rollte, getrieben von der Mangfall, Richtung Bruckmühl hinunter. "Doch diese Lücke konnte schnell wieder gestopft werden." Über die Hälfte des Treibholzes wurde auf diese Weise geborgen. Immer wieder fuhr der Bagger vor und zurück, um das Gehölz am Ufer ablegen zu können. Doch etwa in der Mitte der Eisenbahnbrücke, rechterhand des Pfeilers, musste auch der Bagger kapitulieren: "Der Wasserstand ist noch zu hoch, weitere Granitsteine konnten nicht im Flussbett platziert werden", so Bergmüller. Der Greifarm habe auch keine Möglichkeit mehr gehabt, um an das restliche Treibgut zu gelangen. Jetzt versucht man Bergmüller zufolge erneut per Seilwinde, dieses Mal aber mit einem stärkeren Seil, die restlichen Baumstämme zu erreichen. Inwieweit dieser Versuch gelingt, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. "Dennoch ist schon ein großer Schritt zu mehr Durchlässigkeit der Mangfall getan", freute sich der Zweite Bürgermeister über den großen Teilerfolg dieser Bagger-Aktion.

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