Verteidigungsministerin gibt Entwarnung

Iran feuert Raketen auf US-Militärbasen im Irak - deutsche Soldaten in Erbil unverletzt

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Trauerzug in Bagdad: Ein Mann hält das Bild des getöteten iranischen Generals Qasem Soleimani in die Höhe. Der Angriff des Iran auf einen US-Stützpunkt im Irak ist offenbar ein Vergeltungsschlag.
  • Moritz Kircher
    vonMoritz Kircher
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Mehrere Raketen haben in der Nacht auf Mittwoch, 8. Januar, zwei Luftwaffenstützpunkte im Irak getroffen, auf denen vor allem US-Soldaten aber auch deutsche Soldaten stationiert sind. Der Angriff kommt aus dem Iran - ein Vergeltungsschlag für die Tötung des Generals Qasem Soleimani durch die USA.

  • Iran feuert Rakten auf zwei Militärbasen im Irak ab
  • US-Soldaten von der iranischen Attacke betroffen
  • Vergeltungsschlag für die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch die USA

Update 8. Januar, 7.40 Uhr: Deutsche Soldaten in Erbil unverletzt

Auf dem angegriffenen Militärstützpunkt im irakischen Erbil sind auch deutsche Bundeswehrsoldaten stationiert. Wie Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dem ARD-Morgenmagazin mitteilt, seien keine deutschen Soldaten verletzt oder gar tot.

Der Raketenangriff aus dem Iran sei "nicht ganz unvorhergesehen gekommen", sagt Kramp-Karrenbauer. Die Bundesreagierung weise den Angriff aber auf das schärfste zurück. Es dürfe jetzt keine Gewaltspirale in Gang kommen. Dafür müsse auf diplomatischer Ebene alles getan werden. Die Bundesregierung stehe in engem Kontakt mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium.

Update 8. Januar, 2.05 Uhr: US-Präsident Trump über Angriffe im Irak informiert

Mittlerweile soll auch US-Präsident Donald Trump über die Angriffe im Irak unterrichtet worden sein. Das berichtet der US-Fernsehsender CBS-News. Auch Vizepräsident Mike Pence sei im Bilde, wie seine Sprecherin über Twitter verbreitete.

Eine erste Reaktion der US-Regierung stand in der Nacht (mitteleuropäische Zeit) noch aus. Nanci Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und Oppositionsführerin, twitterte, die Sicherheit der US-Truppen im Irak müsse gewährleistet werden. "Amerika und die Welt können sich keinen Krieg leisten."

Update 8. Januar, 1.45 Uhr: Pentagon bestätigt Angriffe auf zwei US-Stützpunkte im Irak

Laut CNN hat die US-Regierung mittlerweile bestätigt, dass neben dem irakischen Luftwaffenstützpunkt Ain Al-Asad auch ein weiterer Stützpunkt nahe der iranischen Stadt Erbil getroffen worden sei. Auch dort sind US-Soldaten stationiert. Das US-Verteidigungsministerium spricht laut CNN von "mehr als einem Dutzend Raketen", die abgefeuert worden seien.

Die Rede ist außerdem von irakischen Opfern. Ob diese getötet oder verletzt sind, ist bislang nicht bekannt. Unbekannt ist auch, ob US-Soldaten bei den Angriffen aus dem Iran ums Leben gekommen sind.

+++ Weitere aktuelle Informationen zum Raketenangriff im Irak finden Sie hier. +++

Die Erstmeldung vom Raketenangriff des Iran im Irak

Ain Al-Asad - Der Fernsehsender CNN berichtet, dass iranische Raketen den irakischen Luftwaffenstützpunkt Al-Asad getroffen haben. Auf der Militärbasis sind auch US-amerikanische Soldaten stationiert. Ob es bei dem Angriff Tote und Verletzte gegeben hat, ist derzeit nicht bekannt. Der Angriff ereignete sich nach übereinstimmenden Medienberichten in der Nacht auf den 8. Januar gegen Mitternacht.

Iran feuert zehn Boden-Boden-Raketen ab

Laut CNN haben sich die iranischen Revolutionsgarden zu dem Angriff auf den irakischen Stützpunkt und die US-Soldaten bekannt. Mindestens zehn Raketen sollen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ain Al-Asad eingeschlagen haben.

Mehrere Medien verbreiten dieses Video eines Twitter-Nutzers, das den Einschlag einer Rakete auf dem Militärstützpunkt Ain Al-Asad zeigen soll:

Laut Spiegel-Online soll es sich bei dem iranischen Angriff um eine Vergeltungsattacke für die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch die USA handeln. Eine US-Regierungssprecherin habe den Angriff bereits bestätigt. Das iranische Staatsfernsehen meldete, es seien sogenannte Boden-Boden-Raketen auf die Luftwaffenbasis im Irak abgefeuert worden.

Iran meldet: Militärbasis Ain Al-Asad "vollständig zerstört"

In einer ersten Eil-Meldung spricht die Deutsche Presseagentur (dpa) von "dutzenden Raketen", die aus dem Iran auf den Irak abgefeuert worden seien. Laut dpa hätten die iranischen Revolutionsgarden mitgeteilt, der irakische Luftwaffenstützpunkt Ain Al-Asad sei "vollständig zerstört" worden.

Wie schwer die Militärbasis tatsächlich getroffen ist, war in der Nacht noch unklar. Laut US-Verteidigungsministerium seien es sogar zwei Militärbasen im Irak, die von iranischen Raketen getroffen worden seien. Neben dem Stützpunkt Ain Al-Asad auch ein weiterer bei der irakischen Stadt Erbil.

Diskussion um Bundeswehrsoldaten im Irak

Schon vor dem Angriff auf den US-Militärstützpunkt im Irak war in Deutschland eine Debatte darüber entbrannt, die im Irak stationierten Bundeswehrsoldaten abzuziehen. Wie die Zeitung "Welt" berichtet, sollen die 30 im Irak stationierten Bundeswehrsoldaten aus Sicherheitsgründen kurzfristig nach Jordanien und Kuweit verlegt werden.

Bei einer Massenpanik im Rahmen der Beisetzung von Qasem Soleimani hat es mehrere Dutzend Tote gegeben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf die örtlichen Behörden.

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