PROBLEME BEI STIMMABGABE – MITTE-RECHTS-BÜNDNIS IN UMFRAGEN VORN

Zeitweise Chaos bei Italien-Wahl

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Silvio Berlusconi,Italiens Ex-Regierungschef, mischt politisch weiter mit.

Rom – Das neue Wahlrecht, falsche Stimmzettel und verstärkte Sicherheitsüberprüfungen haben bei der Parlamentswahl in Italien zu zeitweiligem Chaos geführt.

Vor vielen Wahllokalen bildeten sich am Sonntag lange Schlangen. Die Wahlbeteiligung lag bis zum Abend höher als bei der Parlamentswahl 2013. Die Wahllokale hatten bis 23 Uhr geöffnet, das Ergebnis soll im Laufe des heutigen Montags vorliegen.

Der hitzige Wahlkampf war von den Themen Migration, innere Sicherheit und Wirtschaft dominiert worden. Rechtspopulistische und europakritische Parteien dürften nach Umfragen starken Zulauf bekommen. Allerdings wird ein unklares Ergebnis ohne eindeutigen Gewinner erwartet, was die Regierungsbildung schwierig gestalten dürfte.

In Umfragen lag das Mitte-Rechts-Bündnis von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi vorn, wobei vor allem die ausländerfeindliche Partei Lega punkten dürfte. Berlusconi darf nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung selbst nicht kandidieren und schickte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani ins Rennen. Stärkste Einzelpartei wird wohl die Fünf-Sterne-Protestbewegung. Den regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsident Paolo Gentiloni und Parteichef Matteo Renzi droht wie in anderen europäischen Ländern ein Debakel.

Berlusconi wurde in Mailand von einer Aktivistin mit nacktem Oberkörper empfangen. Sie rief: „Deine Zeit ist abgelaufen.“ In Palermo öffneten 200 Wahllokale verspätet, weil Stimmzettel neu gedruckt werden mussten. In Rom wurden Namen falsch aufgeführt und 36 ausgefüllte Zettel kurzerhand aus der Wahlurne genommen. Die 36 Wähler sollten zurückkommen und neu abstimmen.

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