Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Entlastungspaket 2022

9-Euro-Ticket: Wann und wo es gilt? So funktioniert das Monatsticket

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
    schließen

Das 9-Euro-Ticket soll die Deutschen in Bus und Bahn locken. Im Juni fällt der Startschuss für das Angebot aus dem Entlastungspaket 2022. Wie funktioniert es?

Update vom 27. April um 12:25 Uhr: In einer Kabinettssitzung hat das Bundeskabinett am 27. April die geplanten Maßnahmen aus dem Entlastungspaket 2022 beschlossen. Mit einem milliardenschweren Hilfspaket, zu dem auch das 9-Euro-Ticket gehört, soll den Bürgern in Deutschland während des Ukraine-Kriegs geholfen werden. Vorgesehen sind unter anderem eine Energiepreispauschale von 300 Euro, ein Tankrabatt, ein Hartz-IV-Zuschuss oder ein Kindergeldbonus. Welche Maßnahmen aus dem Entlastungspaket wann kommen: ein Überblick.

Entlastungspaket 2022: Kabinett billigt das 9-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV)

Erstmeldung vom 19. April um 14:00 Uhr: Berlin – Billigangebot zum Sommer: Pünktlich zur Feriensaison will die Bundesregierung die deutschen Autofahrer mit einem 9-Euro-Ticket zum Umstieg auf Bus und Bahn motivieren. So soll ab dem 1. Juni die Rabattaktion aus dem Entlastungspaket 2022 starten. Die Bundesländer würden alles daran setzen, die Maßnahme trotz aller Schwierigkeiten zu realisieren, war sich zuletzt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sicher. Doch welchen Bus und welchen Zug darf man nutzen? Und wo kann ich das Ticket kaufen? Für die Kunden im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und im Regionalverkehr stellen sich weiterhin viele Fragen. Doch hier sind die Antworten.

Entlastungspaket 2022: Regierung gönnt den Deutschen ein 9-Euro-Ticket im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV)

Das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn ist zentraler Bestandteil des Entlastungspakets 2022, mit dem die Bundesregierung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf die gestiegenen Energiekosten bei Benzin und Diesel reagiert. Bereits zum Jahreswechsel waren die Preise enorm unter Druck geraten. Zusätzlich sorgte die Ukraine-Krise dann für einen weiteren Preisschub, der jetzt viele Haushalte in Deutschland enorm belastet. Vor allem Geringverdiener spüren die Auswirkungen an der Zapfsäule, aber auch an der Supermarktkasse. Um Pendlerinnen und Pendler nun zumindest zeitweilig vom Kostendruck zu befreien, wird nun das 9-Euro-Ticket eingeführt.

Ab wann gilt das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn?

Ursprünglich war die Einführung bereits ab Mai geplant. Doch weil das Gesetzespaket noch im Bundestag und Bundesrat die parlamentarischen Hürden nehmen muss, verzögert sich der Starttermin ebenso wie bei der 300 Euro Energiepauschale und dem Tankrabatt für Diesel und Benzin. Laut Finanzminister Christian Lindner (FDP) soll die Umsetzung aber definitiv ab Juni 2022 erfolgt sein. Dann soll die Fahrkarte für Bus und Bahn drei Monate lang erworben werden können, also auch im Juli und im August – weswegen Verkehrsexperten damit rechnen, dass viele Urlauber das Angebot auch für ihre Sommerreise quer durch Deutschland nutzen werden.

Bewegt das 9-Euro-Ticket aus dem Entlastungspaket 2022 die Deutschen zum Umstieg in Bus und Bahn?

Die Fahrkarte gilt immer für den gesamten Monat, endet danach aber automatisch. Sprich: Kauft man sich das 9-Euro-Ticket im Juni, ist es den gesamten Juni gültig, im Juli muss dann ein neues gekauft werden. Wer das Angebot die gesamten drei Monate nutzen will zahlt am Ende also 27 Euro – also deutlich weniger als sonst für Monatskarten.

Wo gilt das 9 Euro Ticket? Ob IC, EC oder ICE – kann man damit alle Züge der Deutschen Bahn benutzen?

Nach einer Debatte zwischen Bund und Ländern soll das 9-Euro-Monatsticket jetzt bundesweit gelten. Die Fahrkarte gilt dabei für den gesamten Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), also für Bus, Straße- oder U-Bahn sowie im Regionalverkehr. Die Gültigkeit endet dabei nicht an den Landesgrenzen. Wer zum Beispiel von Hamburg nach Berlin trotz Umsteigemarathon mit dem Regionalexpress fährt, kann in der Hauptstadt auch in die Tram einsteigen. Aber: ICE, IC und EC – also der Fernverkehr der Deutschen Bahn – sind nicht in dem 9-Euro-Angebot inbegriffen. 

Wie und wo kann ich das 9-Euro-Ticket kaufen?

Der Verkauf des günstigen Tickets soll den Angaben nach in erster Linie über die Unternehmen vor Ort laufen. Die 9-Euro-Tickets werden dort online oder über die Navigator-App der Deutschen Bahn und am Schalter erhältlich sein. Neben den Kundenzentren kann es entgegen ersten Angaben auch über Fahrkartenautomaten erworben werden. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte das vor zwei Wochen erst ausgeschlossen, weil er den Aufwand für die regionalen Anbieter zu groß hielt. Doch mittlerweile ist klar, dass Verkehrsbetriebe wie der HVV in Hamburg dazu ohne Probleme in der Lage sind. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll es zudem möglich sein, das Ticket bereits im Mai im Vorverkauf zu erwerben. In ländlichen Regionen soll das 9-Euro-Ticket außerdem im Unterschied zu den Städten direkt im Bus erhältlich sein.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Insgesamt wird die außergewöhnliche Aktion in den Sommermonaten Juni, Juli und August angeboten – was danach passiert, wird sich zeigen. „Die Aktion soll möglichst kein Strohfeuer bleiben“, sagt Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Was gilt für Abo-Kunden und ihre Zeitkarten? Werden sie Vorteile trotz des 9-Euro-Ticktes haben?

Während für Neukunden die Vorteile in dem Billigangebot klar auf der Hand liegen, stellen sich viele Bestandskunden die Frage: Was passiert mit meiner bereits vorhandenen Monatskarte. Auf Monatskarten im Jahres-Abo soll das Angebot angerechnet werden, hieß es zuletzt immer wieder. So sollen die regionalen Verkehrsbetriebe dafür sorgen, dass die Kundinnen und Kunden problemlos eine Verrechnung für die drei Monate erhalten. Jedoch genießen bislang viele Abo-Kunden kleine Vorteile. So dürfen sie am Wochenende oder an Feiertagen etwa Partner oder Kinder kostenlos mitnehmen. Den Angaben zufolge soll dies auch weiterhin möglich sein, jedoch müssen das die regionalen Anbieter selber regeln.

Gibt es Kritik am 9-Euro-Ticket?

Grundsätzlich stößt das 9-Euro-Ticket in der Politik auf viel Zustimmung. Jedoch mahnen einzelne Stimmen an, dass es einen längeren Atem brauche, um Menschen dauerhaft zu einem Umstieg von der Straße auf die Schiene zu bewegen. „Die Aktion soll möglichst kein Strohfeuer bleiben“, forderte Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) vergangene Woche in Berlin. Und auch beim Fahrgastverband Pro Bahn merkte man an, dass es flankierender Maßnahmen bedürfe. So drohten in den drei Monaten Juni, Juli und August volle Züge. Dies könne insbesondere auf Neukunden abschreckend wirken. Wenn der Bund es ernst meine, dann sollte er noch mehr Geld zur Verfügung stellen, damit die Bahn zusätzliche Kapazitäten bereitstellen könnte, teilte der Verband in einer Mitteilung mit. Bislang kostet die Rabattaktion bis zu 2,5 Milliarden Euro.

Außer 9-Euro-Ticket: Was plant die Bundesregierung noch im Entlastungspaket 2022?

Das 9-Euro-Ticket ist nur eine von vielen Einzelmaßnahmen, mit dem die Bundesregierung die im Zuge der Ukraine-Krise gestiegenen Energiekosten für die Deutschen abfedern will. Neben dem Billigangebot für Bus und Bahn plant die Scholz-Koalition auch die Einführung einer Energiekostenpauschale von 300 Euro für alle Arbeitnehmer, einen Kinderbonus, einen Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger sowie einen Tankrabatt. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

Kommentare