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Für Singles, Paare oder Familien

Wie hoch ist die Gasumlage? So teuer werden die Mehrkosten ab Oktober 2022

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
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Ob Singles, Paare oder Familien: Ab Oktober müssen alle die Gasumlage in Deutschland bezahlen. Wie hoch ist sie? Wie teuer wird sie und wie kann man die Gasumlage berechnen?

Berlin – Das lange Rätselraten um die Höhe der Gasumlage ist beendet: Ab Oktober müssen alle Gaskunden in Deutschland enorme Mehrkosten schultern. So sollen Energieversorger noch einmal 2,419 Cent pro Kilowattstunde draufschlagen können. Das gab Trading Hub Europe am Montag (15. August) bekannt. Doch wie teuer wird die Rechnung der Gasumlage jetzt genau für Singles, Paare oder Familien? Wie wird abgerechnet? Und können die einzelnen Haushalte umgekehrt noch mit neuen Entlastungspaketen rechnen? Für die Verbraucherinnen und Verbraucher ergeben sich weiterhin viele offene Fragen. Hier die wichtigsten Antworten.

Gasumlage: Wie hoch ist sie? Gaskunden müssen mit gewaltigen Mehrkosten rechnen

Mit der Bekanntgabe der genauen Höhe der Gasumlage endet eine lange Phase der Ungewissheit für die deutschen Gaskunden. Denn bereits vor Wochen hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Einführung angekündigt. Die exakte Höhe der Mehrkosten hängt nun von dem Verbrauch und der Haushaltsgröße ab. Ersten Berechnungen zufolge ergibt sich für einen vierköpfigen Durchschnittshaushalt damit eine Zusatzbelastung von bis zu 600 Euro im Jahr – ohne Mehrwertsteuer.

Die Gasumlage steht: Deutsche Kunden müssen in der Gaskrise mit enormen Zusatzkosten rechnen.

Gaskrise in Deutschland: Ab wann gilt die Gasumlage? Verbraucher spüren Kosten ab November

Die Gasumlage kommt den Energieversorgern zugute. Die Politik will die Konzerne damit in der aktuellen Gaskrise stabilisieren und vor einer Insolvenz bewahren. Bei den Verbrauchern kommt die Gasumlage aber wohl frühestens im November an. Trotz der Einführung der Gasumlage ab Oktober rechnet das Wirtschaftsministerium mit einer kleinen Verzögerung. Es gebe aus Verbraucherschutzgründen Ankündigungsfristen im Energiewirtschaftsgesetz von vier bis sechs Wochen, die eingehalten werden müssten, hieß es. Daher werde die Umlage mit etwas Zeitverzug wahrscheinlich erstmals im November oder Dezember auf den Rechnungen ausgewiesen werden.

Wie hoch ist die Gasumlage? Wie teuer wird die Gasumlage für Verbraucher?

Doch wie hoch ist die Umlage nun? Auf welche Mehrkosten müssen Verbraucher sich einstellen? Sprich: Wie teuer wird die Gasumlage Gaskunden zu stehen kommen. Das Vergleichsportal Check24 hat bereits berechnet, wie hoch die Mehrkosten für fünf verschiedene Musterhaushalte ausfallen würden. Demnach muss ein Alleinstehender in einer rund 50 Quadratmeter großen Wohnung und einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden mit einem Plus von 144 Euro rechnen. Ein Familienhaushalt mit Haus muss aber bereits 575,70 Euro zusätzlich schultern, wie die folgende Übersicht zeigt:

Wie hoch ist die Umlage für Gas?

Wie teuer wird die Umlage für Gas? Die Gas-Netzbetreiber haben am Montag die genaue Höhe der Gasumlage bekannt geben: Wie hoch ist die Gasumlage ab Oktober also? Die Gasumlage beträgt für alle Verbraucher 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage für Gas soll dabei unterstützen, bei der Versorgung für unverzichtbare Gas-Importeure zu helfen.

Gasumlage: Gaskunden müssen mit Mehrkosten in dieser Höhe rechnen – die Übersicht

  • So hoch sind die Mehrkosten durch die Gasumlage – drei Beispiele
  • Single-Haushalt (5.000 kWh Gas pro Jahr): 143,90 Euro Mehrkosten pro Jahr
  • Pärchen-Haushalt (12.000 kWh Gas pro Jahr): 345,40 Euro Mehrkosten pro Jahr
  • Einfamilienhaus (20.000 kWh Gas pro Jahr): 575,70 Euro Mehrkosten pro Jahr

Warum ist die Gasumlage nötig? Bundesregierung reagiert auf Russlands gedrosselte Lieferung

Nötig geworden ist die neue Gasumlage durch die Folgen des Ukraine-Krieges. Im Streit um die westlichen Sanktionen hatte Russland die Lieferung der Gasmengen nach Deutschland und Europa gedrosselt. Die Gasversorger sind nun gezwungen, das Gas am Weltmarkt aus anderen Quellen nachzukaufen – zu teils horrenden Preisen. Auf die Konzerne kommen Milliardensummen zu, die sie aber bislang nicht an ihre Abnehmer und Kunden weitergeben konnten, da sie momentan in Festverträgen gebunden sind. Dadurch droht aber den großen Energieversorgern die Pleite.

Bundeswirtschaftsminister Habeck befürchtete deswegen einen Lehman-Brothers-Effekt. Sollte ein großer Gasversorger wie Uniper beispielsweise zusammenbrechen, könnte er viele Stadtwerke nicht mehr versorgen, am Ende würde es auch die Endkunden treffen. Ein Kollaps der gesamten Gasversorgung galt in diesem Szenario als nicht ausgeschlossen. Dieser Entwicklung sollte unbedingt aufgefangen werden. Deswegen können die Mehrkosten jetzt durchgereicht werden.

Wer bezahlt die Gasumlage? Die neue Energieumlage wird nach komplizierter Formel berechnet

Bezahlt werden muss die Gasumlage nun von allen Gasverbrauchern, also Firmen wie Privathaushalte in Deutschland. Derzeit heizen rund 20 Millionen Haushalte mit Gas, das sind rund die Hälfte aller Haushalte. Wie teuer es am Ende aber genau für jeden wird, hängt von vielen Faktoren ab. Um die Auswirkung der Gasumlage zu berechnen, gibt es eine komplexe Formel. Sie berücksichtigt unter anderem den Unterschied zwischen dem vertraglich vereinbarten und dem aktuellen Einkaufspreis. Doch muss die Höhe der Mehrkosten durch die Gasumlage von Wirtschaftsprüfern testiert werden, sprich sie kontrollieren, dass der jeweilige Versorger auch tatsächlich seinen Einkauf den aktuellen Begebenheiten anpassen musste.

Wie abrechnen? Die Gasumlage wird monatlich auf die Verbraucher umgelegt

Die Umlage soll laut Ministerium monatlich abgerechnet werden. Sie kann zudem alle drei Monate angepasst werden. Sollte Russland zum Beispiel seine vertraglich zugesicherten Mengen wieder vollumfänglich erfüllen und die Drosselung aufheben, kann die Preisanpassung der Gasumlage auch wieder auf null gesetzt werden. Die Höhe der Umlage hängt also wesentlich von Umfang und Preis des als Ersatz beschafften Gases sowie von der Nachfrage ab. Je höher der Ausgleich für die Importeure, desto höher auch die Umlage.

Hohe Gasumlage: Ampel-Koalition will auf die Mehrwertsteuer verzichten

Die Gaskunden trifft die Gasumlage mit voller Wucht. Denn seit Jahresanfang waren die Preise wegen des Ukraine-Krieges bereits enorm gestiegen und mehrere Versorger wie die Stadtwerke hatten ihre Preise schon nach oben hin angepasst. Nun kommen noch einmal Zusatzkosten hinzu. Unklar ist aber noch, ob die bei der Gasumlage fällig werdende Mehrwertsteuer erlassen werden kann. Die Ampel-Koalition will auf die Steuereinnahmen aus der Gaskrise gerne verzichten, doch sie braucht dazu eine Sondergenehmigung aus Brüssel.

Gaskrise in Deutschland: Olaf Scholz (SPD) verspricht neues Entlastungspaket als Ausgleich

Durch den Verzicht auf die Mehrwertsteuer würde für viele Gaskunden die Gasumlage noch einmal deutlich billiger – was für viele Geringverdiener bitter nötig ist. Zuletzt war der Ruf nach einem neuen Entlastungspaket bereits laut geworden. Denn neben dem Gaspreis stiegen zuletzt auch die Kosten für Sprit, Strom und Lebensmittel. Zwar hat die Bundesregierung bereits ein Entlastungspaket 2022 auf den Weg gebracht, zu dem auch die Auszahlung einer Energiepauschale von 300 Euro gehört. Doch nach Abzug von Steuern bleibt vom Energiebonus nicht mehr allzu viel netto übrig. Für die wenigsten Gaskunden reicht das aus, um die weiteren Mehrkosten auch nur annähernd aufzufangen.

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in der vergangenen Woche bereits weitere Entlastungen angekündigt. Jedoch ist das genaue Vorgehen in seiner Koalition für ein neues Entlastungspaket noch umstritten. Während die FDP um Finanzminister Christian Lindner vor allem auf ein Steuerentlastungspaket für alle Einkommensschichten setzt, wollen SPD und Grüne vorrangig kleine und mittlere Einkommen zusätzlich entlasten.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Westend61/imago

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