„Die Welt hat sich verändert in den letzten Monaten“

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Alexzander Boehmer

4 Fragen aN. Die ersten zwei Wochen im Einsatz sind um.

Achteinhalb Monate folgen noch. Alexzander Boehmer, Schütze einer Einheit mit Bradley-Panzern aus Fort Carson in Colorado, ist in Polen angekommen – er ist erstmals in Europa. Boehmer, 20 Jahre alt und jung verheiratet, war schon einer der Protagonisten unserer Reportage Ende 2016 aus Colorado. Wir haben den Amerikaner am Sonntag auf einem Truppenübungsplatz in Westpolen wiedergetroffen. Seine Einheit wird in einigen Tagen nach Varpalota in Ungarn weiterverlegt, wo mehrere gemeinsame Manöver mit Nato-Partnern geplant sind.

Willkommen in Europa. Wie groß ist der Kulturschock?

Der größte Unterschied ist definitiv beim Essen. Ziemlich viel Wurst ist hier dabei. Aber ich mag das. Bisher ist es sonst gar nicht so viel anders als in den USA. Das macht uns Soldaten das Eingewöhnen leichter. Dazu kommt: Wir werden von den Leuten sehr freundlich aufgenommen. Es ist nicht schwer, Kontakt zu knüpfen.

Gibt es denn Kontakt zu Zivilisten außerhalb der Kasernen?

Ja. Wir waren neulich in der Stadt – wie spricht man das aus? – Boleslawiec. Wir haben uns mit dutzenden Menschen auf der Straße unterhalten. Alle waren super-nett. Ich habe von keinem einzigen Polen bisher eine negative Reaktion auf unsere Präsenz bekommen.

Würden Sie den Einsatz Ihrer Division in Osteuropa als gefährliche Mission bezeichnen? Erklärtes Ziel ist immerhin, Russland von weiteren Annexionen abzuschrecken.

Nein. Wir sind zum Üben hier. Aber die Welt hat sich in den letzten Monaten verändert. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit unseren Nato-Alliierten zusammenrücken, eng gemeinsam arbeiten. Dann sind wir stärker denn je. Als Panzerschütze habe ich da sicher keine große Rolle. Aber jedes kleine Stück macht am Ende den Unterschied aus.

Es ist Ihr erster großer Auslandseinsatz. Was hat Ihre Frau zum Abschied gesagt?

Sie war traurig. Es war nicht leicht für sie, mich gehen zu sehen. Sie kennt das Armee-Leben, sie unterstützt mich. Aber ich habe sie schon in der Sekunde vermisst, in der ich in den USA ins Flugzeug gestiegen bin. Wir schreiben uns jetzt Nachrichten – hin und her – und haben schon zweimal telefoniert.

Interview: cd

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