STRAFZÖLLE GEGEN DIE EU

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Donald Trump meint es ernst: Ab heute erheben die USA Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU.

Lange hatte der US-Präsident gezögert, ob er auch gegen Europa einen Handelskrieg anzetteln soll. Zwar hatte Trump die Zölle bereits im März verhängt, die EU war jedoch vorläufig davon ausgenommen. Damit blieb Zeit für Verhandlungen – Trump ließ die Gespräche nun platzen.

Dafür gibt es zwei Erklärungen: Zum einen ist denkbar, dass Trump die Folgen eines Handelskrieges – Abkühlung der Weltwirtschaft, steigende Arbeitslosigkeit – völlig egal sind. Hauptsache, die heimischen Wähler bedanken sich mit ihrer Stimme bei ihm. Trump muss schließlich klar sein, dass die EU jetzt gar keine andere Wahl hat, als mit Vergeltungsmaßnahmen zu reagieren.

Aber noch besteht Hoffnung, dass Trump die Zölle gegen die EU aus einem anderen Grund verhängt hat: Während der Verhandlungen ist ihm bewusst geworden, dass er die Europäer zu Zugeständnissen zwingen kann. Indem er jetzt die erste Eskalationsstufe zündet, treibt er den Preis für eine Einigung weiter in die Höhe. Denn noch ist eine Einigung am Verhandlungstisch möglich. Zwar wären dafür weitere Zugeständnisse der Europäer nötig – das ist aber besser als ein Handelskrieg.

Sebastian Hölzle

Sie erreichen den Autor unter

Sebastian.Hoelzle@ovb.net

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