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Energiekrise

Weil zu Söders Fracking-Vorschlag: „Geht's noch?“

Markus Söder
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Die Vorschläge des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in der aktuellen Energiekrise kommen nicht überall gut an.

Fracking im Norden und die Verlängerung von AKW-Laufzeiten: Söders Vorschläge zur Lösung der Energiekrise kommen nicht überall gut an. Der Grünen-Chef nennt ihn den „Problembär der Energieversorgung“.

Berlin - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekommt viel Kritik für seine Haltung in der aktuellen Energiekrise. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) regierte ungehalten auf den Ratschlag Söders, die Nutzung von Fracking-Gas im Norden Deutschlands zu prüfen. „Geht's noch?!“, fragte er via Twitter. „Lieber Markus Söder, wie wär's endlich mit Windkraft in Bayern?“, schrieb Weil.

Auch Grünen-Chef Omid Nouripour kritisierte Söders Fracking-Vorschlag in den Zeitungen der Mediengruppe Bayern: „Sich jetzt wieder voll in die Nutzung fossiler Energieträger zu stürzen, wäre ein großer Fehler. Es geht kurzfristig darum, dass wir gut über die nächsten ein bis zwei Winter kommen, bis wir von Putin unabhängig werden. Das Gleiche gilt fürs Fracking. Relevante Fördermengen bekämen wir frühestens in fünf Jahren. Das hilft also nicht für die nächsten zwei Winter. Das ist eine weitere Scheindebatte neben der über die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke.“

Söder hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ mit Blick auf die Energieknappheit infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die Frage der Nutzung heimischer Gasreserven aufgeworfen. „Fracking von gestern will keiner. Aber es ist sinnvoll zu prüfen, ob es neue und umweltverträgliche Methoden gibt“, sagte der CSU-Chef. „Vor allem in Niedersachsen gibt es nach Ansicht von Experten große Erdgasfelder“, fügte Söder hinzu.

Beim derzeit in Deutschland verbotenen Fracking wird Gas oder Öl mit Hilfe von Druck und Chemikalien aus Gesteinsschichten herausgeholt, was Gefahren für die Umwelt birgt.

Nouripour: Bayern tut wenig für Energiewende

Nouripour attackierte Söder außerdem in der Debatte über längere Laufzeiten der Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus. „Markus Söder ist der Problembär der Energieversorgung in Deutschland und hat in Bayern den Ausbau der Erneuerbaren stark ausgebremst. In 2020 wurden in Bayern gerade einmal drei neue Windräder genehmigt. So wird das nichts mit der Energiewende“, sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

Nouripour betonte außerdem, die Atomdebatte werde von denjenigen forciert, die schon immer gegen den Atomausstieg und damit gegen die Befriedung eines jahrzehntelangen Streits gewesen seien. „Aber wenn es konkret wird, duckt sich die CSU bei der Endlagerfrage weg, will aber gleichzeitig mit dem Weiterbetrieb der AKWs neuen Atommüll in Kauf nehmen. Noch ein Grund, warum es keine Laufzeitverlängerung geben darf. Übrigens ist es doch gerade die Union, die uns in diese fatale Abhängigkeit von (Kremlchef Wladimir) Putin geführt hat.“

Nouripour verwies wie auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf einen derzeit laufenden zweiten, weitreichenden Stresstest, um zu prüfen, ob es im Winter zu einem Stromengpass kommen könnte. „Wenn es Nachbesserungsbedarf gibt, werden wir anhand der Fakten über weitere Maßnahmen sprechen.“ Der Stresstest sei vor allem nötig, weil die Lage in Bayern so angespannt sei. dpa

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