VOLKSABSTIMMUNG IN DER SCHWEIZ

Von wegen „gleichgeschaltet“

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Die Schweizer behalten die Rundfunkgebühr. Eine erleichternde Nachricht auch für die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland.

Denn bei uns mehren sich Stimmen, die keinen Cent für ein angebliches „Staatsfernsehen“ ausgeben möchten.

Wer solche Worte wählt, hat nie in der Türkei auf eine regimekritische TV-Doku gehofft. Nie wäre es in Ländern mit tatsächlich „gleichgeschalteten“ Medien möglich, dass eine ZDF-Journalistin wie Marietta Slomka einen Politiker wie Alexander Dobrindt so kritisch befragt, dass seine Argumente vor den Augen der Zuschauer zerbröseln. Doch muss man gar nicht so weit schauen. Blick in die eigene Geschichte: Wie wichtig unabhängige Medien sind, zeigt die DDR, in der, wer heimlich den Westsender Rias hörte, böse Konsequenzen zu spüren bekam. Und was passiert derzeit im EU-Land (!) Ungarn, wo die Regierungspartei Fidesz die Pressefreiheit aushebelt?

Dankbar können wir sein für unsere vielfältige, unabhängige Medienlandschaft. Gleichwohl besteht bei der Nutzung der Gebühren Reformbedarf. Warum etwa weiten ARD und ZDF ihr Angebot auch auf Textbeiträge im Internet aus – und machen so Printmedien, die sich ohne einen allgemeinen Beitrag finanzieren, Konkurrenz? Das war nicht im Sinne der Gebühren-Erfinder, die von einem World Wide Web nichts ahnen konnten.

Katja Kraft

Sie erreichen die Autorin unter

Katja.Kraft@ovb.net

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