Ein Weckruf

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Das G9-Volksbegehren Bayern und sein Gymnasium – das ist seit zehn Jahren eine Leidensgeschichte.

Wenn das G8 so gut wäre, wie es die CSU verkauft, müssten es viel mehr Schüler besuchen. Aber die Übertrittsquoten sind eher rückläufig. Gerade auf den Land scheut man lange Anfahrtswege und den Nachmittagsunterricht und weicht auf die Realschulen aus. Die jüngste Errungenschaft, das so genannte Flexibilisierungsjahr, ist nicht attraktiv, weil die Schüler das angebotene Zusatzjahr vor allem als freiwilliges Sitzenbleiben verstehen. Im Moment überwiegt Frustration, Eltern und Schüler arrangieren sich mit dem Status quo und versuchen, das Beste rauszuholen.

Das Volksbegehren der Freien Wähler könnte ein Weckruf sein, das Gymnasium neu zu denken und wie in anderen Bundesländern auch den Weg für ein neues G9 zu öffnen. Derzeit sendet die CSU-Schulpolitik seltsame Signale aus. Sie kürzt Lehrerstellen und lässt sich trotz vieler Ungereimtheiten auf ein gemeinsames Abitur mit fünf Bundesländern ein. Geht das Abi 2014 schief, dann könnte das G9-Volksbegehren an Fahrt gewinnen – als Symbol gegen Allmachts-Allüren einer Alleinregierung. So schnell, wie dann der wendige Horst Seehofer das G9 im Sinne seiner „Koalition mit dem Bürger“ anpacken würde, könnten die Freien Wähler gar nicht schauen.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@ovb.net

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