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„Viele Menschen suchen Alternativen“

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Stephan Rüttenauer

Stephan Rüttenauer ist Forsttechniker und Kundenbetreuer bei der Gedenkwald GmbH in Prien am Chiemsee.

Die Firma betreut auch den „Gedenkwald- garten Au“ bei Bad Aibling.

Sie wollten in Seeon kürzlich einen Gedenkwald errichten, wo Menschen ihre letzte Ruhe finden können. Warum hat das nicht geklappt?

Der Gemeinderat hat trotz mehrerer vorangegangener positiver Beschlüsse im Zuge der Flächennutzungsplanänderung keine Mehrheit mehr gefunden. Deswegen ist das Projekt nicht zustande gekommen. Manche Menschen haben ihre Meinung geändert.

Friedwald, Naturfriedhof, Ruhewald, Gedenkwald. Was ist der Unterschied?

Friedwald ist ein eingetragener Firmenname, genauso wie unsere Firma Gedenkwald. Und so heißen dann auch die entsprechenden Anlagen. Im Allgemeinen spricht man von einem Naturfriedhof oder gesetzlich eben von einem Ruhewald.

Sind Sie noch auf der Suche nach einer Gemeinde, in der sich so ein Gedenkwald realisieren lässt?

Ein klares Ja. Wir waren schon mit mehreren Gemeinden im Gespräch und sind es noch immer. Wir stehen für jeden Waldbesitzer und jede Gemeinde als Ansprechpartner zur Verfügung.

Warum wollen immer mehr Menschen in Gedenkwäldern bestattet werden?

Wir sehen in unseren täglichen Beratungsgesprächen den Wunsch nach dieser Bestattungsform. In Südbayern gibt es nur ein sehr geringes Angebot. Es herrscht ein allgemeiner Wandel in der Bestattungskultur. Die Feuerbestattungszahlen belaufen sich auf über 60 Prozent. Alleine daher kommt ein größerer Bedarf an Urnenbestattungen. Viele Menschen suchen Alternativen zu den konventionellen Gräbern.

Und warum liegt die Alternative im Wald?

Wenn Sie in einem Wald spazieren gehen, dann ist das eine ganz andere Atmosphäre als wenn man über einen Friedhof geht, wo alles in Reih’ und Glied steht. Ein anderer Grund: Die Familie lebt weit zerstreut und hat keine Zeit für die Grabpflege. Grabpflege, das ist bei der Naturbestattung nicht notwendig. Hier dient der Friedhofsbesuch nur der Erinnerung. Dennoch merken wir, dass den Menschen der Ort der Trauer wichtig ist. Es muss ein Ort sein, wo auch eine Namensnennung stattfindet. Nur eben in einer anderen Atmosphäre.

Interview: Stefan Sessler

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