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Ukraine-Krieg

Russland unter starkem Druck – Steht Cherson vor der Befreiung?

Ein ukrainischer Soldat in einem Schützengraben zwischen den südlichen Städten Mykolajiw und Cherson.
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Ukrainische Soldaten üben im Süden des Landes Druck auf Russland aus. Die Stadt Cherson soll zurückerobert werden. (Archivbild)
  • Tanja Koch
    VonTanja Koch
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Die Ukraine greift Brücken und damit Russlands Kriegs-Logistik an. Russlands Einfluss auf Cherson könnte bald zu einem Ende kommen.

Cherson – Russland steht im Süden der Ukraine offenbar zunehmend unter Druck. Um Russlands Versorgungswege nach Cherson – eine von Russlands besetzte Stadt – zu unterbrechen, setzt die Ukraine zunehmend Langstreckenraketen ein, um Autobahnen, Brücken und Munitionsdepots zu attackieren.

In sozialen Netzwerken tauchen nun laut CNN zunehmend Videos auf, in den zu sehen ist, wie beispielsweise die Antoniwskyi-Brücke und eine Straßenbrücke über den Damm bei Nowa Kachowka aus großer Entfernung mit Artillerie angegriffen werden. Einmal zerstört, sind sie für gepanzerte Fahrzeuge nicht mehr befahrbar, wodurch Russlands Militär im eskalierten Ukraine-Konflikt zunehmend in Schwierigkeiten gerät. Auch Eisenbahnlinien von der besetzten Halbinsel Krim nach Cherson und Saporischschja sowie Munitionslager hat die Ukraine sich zum Ziel genommen. Laut dem ukrainischen „Kommando Süd“ sollen in der vergangenen Woche mehr als zehn Depots zerstört worden sein.

Ukraine-Krieg: Russland im Süden zunehmend unter Druck

Wie Militärfachleute glauben, steht das russische Militär nun im Süden der Ukraine vor logistischen Herausforderungen und müsse sich sogar teilweise zurückziehen. So erklärt etwa der stellvertretende Vorsitzende des Regionalrats von Cherson, Juri Sobolewski via Telegram, dass große Teile des russischen Militärkommandos bereits die Stadt verlassen hätten. Die ukrainischen Truppen seien nur 25 Kilometer weit entfernt.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

„Wir sehen die Abwanderung von Militärpersonal von Cherson nach Melitopol. Die Militärangehörigen ziehen mit ihren Familien aus Melitopol weg“, zitiert CNN auch Iwan Fedorow, den Bürgermeister von Melitopol. Auch Alperovitch, Vorsitzender von „Silverado Policy Accelerator“, einer in Washington ansässigen Denkfabrik, meint: „Ich denke, die Russen werden sich bald aus Cherson zurückziehen“, sagte er. „Es wird unhaltbar – es ist wirklich schwierig, die Streitkräfte wieder aufzufüllen.“

Zudem sind Bodenoffensiven vonseiten Russlands im Ukraine-Krieg in den vergangenen Tagen laut dem amerikanischen Thinktank „Institute for The Study of War“ kaum erfolgt. Russland könne auf das andere Ufer des Dnipro ausweichen, um nicht „in der Stadt Cherson in der Falle“ zu enden.

Ukraine-Krieg: Wird das Militär Cherson zurückerobern?

Zwar zeigen die Angriffe der Ukraine auf logistische Wege Russlands Wirkung. Ob es dafür reicht, den Süden der Ukraine zurückzuerobern, ist aber fraglich.

Der Washington Post zufolge sind ukrainische Militärbeamte bezüglich eines Zeitplans für einen Vorstoß zurückhaltend. Es brauche mehr westliche Waffen, um eine Gegenoffensive starten zu können.

„Wir müssen ehrlich sein – im Moment hat die Ukraine nicht genügend Waffensysteme für eine Gegenoffensive“, erwidert laut CNN ein Verteidigungs- und Geheimdienstberater der ukrainischen Regierung, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Westlichen Militäranalysten zufolge habe Russland in der Region Cherson eine starke, vielschichtige Verteidigung aufgebaut, einschließlich Luftabdeckung. Auch regelmäßige Gegenangriffe, um ein Vordringen der Ukraine in den Süden und die Region Cherson zu verhindern, führt Russland durch. Setzt die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Kriegslogistik fort, wird den Truppen jedoch früher oder später Munition und Treibstoff ausgehen.

Wie wirkungsvoll ist die Gegenoffensive im Ukraine-Krieg wirklich? Während Kiew von Erfolgen spricht, erklärt Russland diese schon jetzt für gescheitert. Das Land spricht von einer „Illusion für den Westen“. (tk)

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