AFFEN IM AUTOABGAS-LABOR

Überflüssige Versuche

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Vielleicht wären die empörten Reaktionen weniger heftig ausgefallen, wenn nicht Affen als Versuchstiere hätten herhalten müssen.

Sie wurden den Stickoxid-Emissionen aus Dieselmotoren ausgesetzt. Entsprechende Versuche über die Wirkung der Substanzen auf Menschen gab es allerdings vorher schon, weltweit und unbeanstandet. Sie an Tieren zu wiederholen, war völlig überflüssig.

Die Ergebnisse dieser toxikologischen Untersuchungen an Mensch und Tier sind übrigens ebenfalls längst bekannt: Eine Belastung von 950 Mikrogramm Stickstoffoxiden pro Kubikmeter Luft am Arbeitsplatz ist unschädlich. Nun ist dieser unbedenkliche Wert mehr als 20 Mal so hoch wie der nach europäischem Recht am Straßenrand zulässige Grenzwert von nur 40 Mikrogramm Stickoxid, ab dem es angeblich so giftig wird, dass es nach Darstellung der selbst ernannten „Umwelthilfe“ und der EU Fahrverbote braucht. Da stellt sich die Frage nach dem Widerspruch.

Die Wahrheit ist: Versuche mit derart niedrigen Schadstoff-Konzentrationen, wie sie am Straßenrand auftreten, gab es nie. Forscher haben in den vergangenen Jahrzehnten nur festgestellt, dass sie Indiz für einen gesundheitsschädlichen Abgasmix in der Luft sind. Menschen, die in entsprechenden Straßen wohnten, waren statistisch gesehen kränker. Daran beteiligt: Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid, Quecksilber, Blei, Asbest und vieles mehr. Das alles sind hochgiftige Stoffe – nur kommen sie in Autoabgasen heute gar nicht mehr vor. Das aber heißt: Die Resultate der alten epidemiologischen Untersuchungen sind heute nicht mehr relevant. Das wird von interessierter Seite bis hin in die höchsten Ränge des Bundesumweltministeriums – zum Teil aus Unwissenheit, zum Teil vorsätzlich – unterschlagen.

Den heute geltenden Grenzwerten für Abgasemissionen am Straßenrand fehlt dadurch jede belastbare wissenschaftliche Grundlage. Man müsste nur die alten statistischen Erhebungen über Erkrankungen von Straßenanliegern unter den aktuell realistischen Bedingungen wiederholen. Kein Mensch und kein Tier käme dadurch zusätzlich zu Schaden. Ist das wirklich zu viel verlangt?

Martin Prem

Sie erreichen den Autor unter

Martin.Prem@ovb.net

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