"Sind noch nicht bereit dafür"

Trump spricht über weitere Verhandlungen mit Nordkorea - und wird deutlich

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Der Raketentest wird im nordkoreanischen Fernsehen übertragen. 

Nordkorea hat erneut einen Waffentest unternommen - unmittelbar nach der Ankündigung, mit den USA wieder über die Abrüstung zu verhandeln.

Update vom 17. September 2019: US-Präsident Donald Trump will im Moment nicht nach Nordkorea reisen, schließt aber nicht aus, es in der Zukunft zu tun. "Ich denke, wir sind noch nicht bereit dafür", sagte Trump am Montag in Washington. Bis es dazu kommen könnte, müsste noch viel Wegstrecke zurückgelegt werden.

Die Beziehung zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sei weiter "sehr gut", betonte Trump. Aber es sei im Moment "vermutlich nicht" die richtige Zeit für einen Besuch in Nordkorea. "Ich würde es tun irgendwann, irgendwann in ferner Zukunft", führte Trump aus und sagte weiter mit Blick auf Kim: "Je nachdem, was passiert, bin ich sicher, dass er auch gern in die USA kommen würde."

Kim hat laut einem am Montag veröffentlichten südkoreanischen Zeitungsbericht Trump in einem im September geschriebenen Brief eingeladen, Pjöngjang zu besuchen. Die beiden Staatsmänner waren im Juni 2018 erstmals zu einem historischen Gipfeltreffen zusammengekommen. Ein zweites Treffen im Februar wurde ohne Ergebnis abgebrochen. Im Juni trafen sich Trump und Kim erstmals in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Dabei einigten sie sich auf eine Fortsetzung der Gespräche auf Arbeitsebene, doch diese begannen bis heute nicht.

In den vergangenen Wochen unternahm Pjöngjang eine Reihe von international kritisierten Raketentests.

Update vom 10. September 2019: Nordkorea hat einem Bericht zufolge unmittelbar nach der Ankündigung, eventuell mit den USA wieder über die Abrüstung seines Atomwaffenprogramms zu verhandeln, erneut einen Waffentest unternommen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf den Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte, Nordkorea habe am Dienstag zwei unbekannte „Projektile“ aus einer Region im Westen des Landes in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) gefeuert. Weitere Details zum Typ der Geschosse, der Reichweite oder der maximalen Höhe gab es zunächst nicht. Die südkoreanischen Streitkräfte erklärten, das Militär überwache die Lage und sei im Falle weiterer Starts in Bereitschaft.

Die nordkoreanische Vize-Außenministerin Choe Son Hui hatte am Montag deutlich gemacht, dass ihre Regierung weiterhin von Washington neue Vorschläge erwarte, die Pjöngjang zufrieden stellen müssten. Arbeitsgespräche könnten Ende dieses Monats stattfinden. Ihr Land sei zu Gesprächen über alle Probleme bereit, über die beide Seiten bisher diskutiert hätten. US-Präsident Donald Trump nannte die Botschaft aus Pjöngjang „interessant“, ließ aber zunächst offen, ob es bald zu einem Treffen kommen könnte.

Ursprungsmeldung vom 24. August: Nordkorea setzt Raketentests fort - Trump mit überraschender Reaktion

Seoul/ Washington - Das Militär des international isolierten Landes habe am Samstagmorgen (Ortszeit) zwei Raketen von der östlichen Stadt Sondok aus abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Die Raketen seien etwa 380 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen. Es habe sich vermutlich erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen gehandelt - und damit um den siebten Test dieser Art seit Ende Juli.

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea, das auch schon mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Bereits in den Wochen zuvor hatte Nordkorea ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für mehrere Raketentests genommen. Seoul wertete die Tests des abgeschotteten Nachbarlandes jeweils als "Machtdemonstration", die den Unmut Pjöngjangs über die Manöver in Südkorea zeigen sollten. Die USA und Südkorea haben die Übungen jedoch Anfang dieser Woche beendet.

Nordkorea mit neuen Raketentests: So reagiert der US-Präsident Donald Trump 

US-Präsident Donald Trump hat sich bisher ungewohnt zurückhaltend zu den nordkoreanischen Raketentests geäußert. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem er sich seit Juni 2018 bereits dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über einen Rückbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederaufnehmen will.

Auch auf die jüngste Provokation aus Pjöngjang reagierte Trump betont gelassen. Kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel in Frankreich bemühte sich der US-Präsident in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) in Washington, die Bedeutung des Raketentests herunterzuspielen. "Er testet gerne Raketen", sagte Trump mit Blick auf Kim. Andere Staaten täten das auch. Die USA hätten selbst erst vor einigen Tagen einen Raketentest durchgeführt.

Die USA hatten am vergangenen Wochenende von der kalifornischen Insel San Nicolas einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser erreichte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise. Der Test wäre nach dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen mit Russland verboten gewesen. Das Abkommen gilt jedoch seit Anfang August nicht mehr.

dpa

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