„Dunkelste Zeiten unserer Geschichte“

Amtsvorgänger Obama verteilt verbale Breitseite gegen US-Präsident Donald Trump

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Barack Obama hält eine Rede an die Vereinigten Staaten. Er spricht seinen Nachfolger kein einziges Mal an, doch jeder weiß, wer gemeint ist: US-Präsident Donald Trump.

  • 2016 wurde Barack Obama als US-Präsident von Donald Trump abgelöst.
  • In einer Rede an die Nation meldet sich der Demokrat zurück - und zerpflückt seinen Nachfolger.
  • Im Präsidentschaftswahlkampf bündeln sich die Kräfte auf Kandidat Joe Biden.
  • Unterdessen könnte die Familie Obama in Bälde zurück ins Weiße Haus kehren.

Washington - Bis 2016 war Barack Obama US-Präsident, ehe Multimillionär Donald Trump* das Ruder übernahm und seither mit seinen öffentlichen Auftritten die Welt in Atem hält. Nun hat dessen Amtsvorgänger dem designierten demokratischen Präsidentschaftskandidat Joe Biden offiziell seine Unterstützung ausgesprochen - ein symbolischer Schritt in dessen Rennen um den Platz im Weißen Haus. In einer Videoansprache an die Nation erläuterte Obama, dass sein einstiger Stellvertreter Qualitäten habe, „die wir gerade jetzt bei einem Präsidenten benötigen.“ Im Juni steht Obama seinem Parteifreund erneut bei - und sendet weitere Giftpfeile in Richtung Trump.

Obama kritisiert Trump: „Dunkelste Zeiten unserer Geschichte“

"Joe hat den Charakter und die Erfahrung, uns durch eine der dunkelsten Zeiten unserer Geschichte zu führen und in einer langen Genesungsphase zu heilen", sagte der 58-jährige Barack Obama über seinen demokratischen Parteifreund. "Joe als meinen Vizepräsidenten auszuwählen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens." Mit 77 Jahren ist Joe Biden* übrigens knapp vier Jahre älter, als der jetzige Amtsinhaber Donald Trump.

Amerikas erster dunkelhäutiger Präsident übte in dem zwölf Minuten langen Video scharfe Kritik an seinem Amtsnachfolger, der fortlaufend auch wegen seiner fragwürdigen Personalpolitik kritisiert wird. Die Wähler müssten sich in einem "großen Erwachen" gegen eine Politik wenden, "die zu oft durch Korruption, Nachlässigkeit, Eigennutz, Desinformation, Ignoranz und ganz einfach Gemeinheit geprägt ist", lautet der eindringliche Appell von Obama, der seit seinem Rückzug kein politisches Amt bekleidet.

Barack richtet einen flammenden Appell an die US-Bürger - und  für Demokrat Joe Biden.

Von 2009 bis Anfang 2017 hatte Barack Obama als Präsident der USA Biden als Stellvertreter an seiner Seite. Der 58-jährige Demokrat und Familienvater hatte sich bislang aus dem Vorwahlkampf* seiner Partei weitestgehend herausgehalten, inzwischen steht bei den Demokraten jedoch Biden als Präsidentschaftskandidat fest: Sein letzter Rivale Bernie Sanders* warf vergangene Woche das Handtuch. Der linksgerichtete Senator sprach anschließend selbst dem früheren Vizepräsidenten Biden seine Unterstützung aus.

US-Präsidentschaftswahl: Obama stärkt Demokrat Biden den Rücken

Eine interessante Randnotiz ist allerdings diversen US-Medienberichten zu entnehmen: Demzufolge war Obama hinter den Kulissen sehr wohl aktiv. So soll der Ex-Präsident Sanders zur Aufgabe bewegt haben, damit sich die Demokratische Partei schnell hinter Parteirivale Biden vereinen und die Kräfte bündeln kann. Kurz darauf würdigte Obama Sanders für dessen Vision von sozialer Gerechtigkeit. Darüber hinaus macht das spektakuläre Gerücht die Runde, dass Michelle Obama möglicherweise ebenfalls vor einer Rückkehr ins Weiße Haus stehen könnte:

Joe Biden gilt als Vertreter des moderaten Parteiflügels der Demokraten und wird bei der Präsidentschaftswahl am 3. November* den Republikaner Donald Trump herausfordern, der sich bei den Wählern um eine zweite Amtszeit bewirbt. Unterdessen ist unklar, wie der Wahlkampf in den kommenden Monaten inmitten der Coronavirus-Pandemie ablaufen wird: Großveranstaltungen sind abgesagt und während Trump auch in der Corona-Krise omnipräsent in den Medien ist, auch aufgrund seiner Twitter-Salven, hat Konkurrent Biden weniger Erfahrung damit, sich Gehör zu verschaffen: Der 77-Jährige lebt zurückgezogen im US-Bundesstaat Delaware und wendet sich lediglich mit Videobotschaften an die potenzielle Wählerschaft.

Unterdessen sorgt im Internet ein skurriles Musikvideo für Furore, das sich an Donald Trump richtet. Der US-Präsident erwägt außerdem den G7-Gipfel trotz Corona als reales Treffen.

Ein US-Sänger kündigt überraschend am Unabhängigkeitstag seine Präsidentschaftskandidatur für 2020 an und konkurriert damit mit Donald Trump.

PF mit dpa

Rubriklistenbild: © AFP / MANDEL NGAN

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