Am Tag nach der Wahl zum Traunreuter Bürgermeister

Dangschat im Interview: "Müssen jetzt die Daseinsvorsorge sicherstellen"

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"Stadtverwaltung, Bauhof und Stadtwerke müssen arbeitsfähig bleiben, die Notbetreuung in den Kindergärten muss aufrecht bleiben", so Hans-Peter Dangschat. Das Coronavirus wird auch nach seiner Amtseinführung am 1. Mai das Geschehen beherrschen, befürchtet der neue Traunreuter Bürgermeister im Interview mit chiemgau24.de. 
  • Xaver Eichstädter
    vonXaver Eichstädter
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Traunreut - Ein deutlicher Vorsprung im ersten Wahlgang, fast 65 Prozent in der Stichwahl: Hans-Peter Dangschat wird mit starkem Rückenwind neuer Bürgermeister. Wir haben ihn am Tag nach der Wahl interviewt. 

Wie geht's Ihnen einen Tag nach der Wahl und - in dieser Zeit - gesundheitlich?

Dangschat: Gesundheitlich geht's mir gut und ich freue mich natürlich über den gestrigen Wahlerfolg, vor allem, dass es so klar und deutlich ausgefallen ist. Das war ein großer Vertrauensbeweis. Ich danke auch meinem Team, wir hatten bis zu 50 Ehrenamtliche im Einsatz im Wahlkampf - ganz ohne Agentur. Was da einzelne geleistet haben ist unvorstellbar. Wir hatten gefühlt im Wahlkampf immer die Nase vorn. Und die gestiegene Wahlbeteiligung freut mich wirklich. Die Briefwahl für alle scheint eine wichtige Sache zu sein und könnte auch in der Zukunft gut sein. 

Wie haben Sie gestern den Wahlabend verbracht?

Daheim mit meiner Frau, wir haben eine Videokonferenz gestartet mit über 30 Leuten, mit all den Stadträten, Helfern und Unterstützern.

Die Amtszeit beginnt am 1. Mai. Welches Thema wird als erstes brennend?

Auch im Mai wird das Thema Corona noch prägend sein. Wir müssen die Daseinsvorsorge sicherstellen, dass Stadtverwaltung, Bauhof und Stadtwerke arbeitsfähig bleiben. Das wird das erste. Eine große Rolle wird auch spielen, die Notbetreuung in den Kindergärten aufrecht zu erhalten. Außerdem - das war eines meiner Wahlversprechen - will ich für einen neuen Stil und eine neue Offenheit im Stadtrat sorgen. Damit habe ich schon begonnen und in den letzten Wochen mit vielen Kollegen Kontakt aufgenommen. Wie kann man alle einbinden? Wie kann man erreichen, dass im Rathaus transparent gearbeitet und der Stadtrat informiert wird?

Welches große Thema wollen Sie heuer noch in den Stadtrat bringen und anschieben?

Wir müssen die langen Linien in den Blick nehmen: Wo und wie kann Traunreut als Stadt nachhaltig wachsen? Wo wollen wir Wohnraum und Gewerbe schaffen? Dazu gehört eine Überarbeitung des Flächennutzungsplanes und eine große Klausurtagung mit dem Stadtrat, um zu wissen, wo wir als Stadt in den nächsten sechs Jahren hinwollen. 

Wie bereiten Sie sich in den nächsten vier Wochen auf das Amt des Bürgermeisters vor?

In vieles hatte ich ja bisher schon als 2. Bürgermeister Einblick. Vor allem in die internen Abläufe im Rathaus muss ich mich jetzt noch mehr vertiefen und die Mitarbeiter besser kennenlernen. Auch die Konstituierung des neuen Stadtrates und der künftigen Ausschüsse muss vorbereitet werden. Bis zum 1. Mai muss ich vor allem auch mein persönliches Leben umstellen.

Welche Lücke hinterlassen Sie denn beruflich? Ist eine Nachfolge schon geregelt?

Ich bin als freier Mitarbeiter mit zwei Kolleginnen in einer Anwaltskanzlei, doch von dort muss ich jetzt austreten und auch meine Zulassung als Rechtsanwalt quasi zurückgeben.

Was schätzen Sie an Ihrem Amtsvorgänger Klaus Ritter?

Es war in machen Situationen sehr locker und legte eine große Direktheit an den Tag. Ich wusste immer, woran ich bei ihm bin, das habe ich sehr geschätzt.

Vielen Dank für das Gespräch!

xe

Quelle: rosenheim24.de

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