WIEDER BREXIT-REDE OHNE KLARE POSITIONEN

May träumt weiter

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Seit rund einem Jahr tickt die Brexit-Uhr gnadenlos, doch Theresa May bleibt das personifizierte Sinnbild politischer Konzeptionslosigkeit in London.

Wieder kündigte die eiernde Lady eine klärende Rede über ihren Kurs raus aus der Europäischen Union an, wieder lieferte sie nicht. Noch immer träumt sie den Rosinenpicker-Traum, in dem sich diametral widersprechende Ziele bis März 2019 auf wundersame Weise auflösen sollen: Binnenmarkt und Zollunion ade – aber „breiteste und tiefste Partnerschaft“ mit der EU. Wie soll das gehen?

Oder das Beispiel Irland. Sowohl die EU wie May betonen feierlich, eine „harte Grenze“ zwischen Nordirland und der Republik Irland zu vermeiden, um den Friedensprozess auf der grünen Insel nicht zu gefährden. Aber auf das „Wie“ ist die Premierministerin gestern wieder jede konkrete Antwort schuldig geblieben. EU-Chefunterhändler Michel Barnier hat immerhin einen pragmatischen Vorschlag gemacht, mehr als ein „No“ kam aus London nicht. Solange May den tiefen Graben in ihrer Tory-Partei weiter mit einem Spagat zu überbrücken sucht, statt den Showdown mit Gegenspieler Boris Johnson zu wagen, geht beim Brexit nichts voran. Und am Ende wird es die Premierministerin zerreißen.

Alexander Weber

Sie erreichen den Autor unter

Alexander.Weber@ovb.net

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare