Terror im Touristenparadies

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Mitten in der Hochsaison greifen Extremisten an einem Traumstrand in Kenia ein Lokal am Indischen Ozean an. Trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen scheinen die Behörden machtlos.

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Mitten in der Hochsaison greifen Extremisten an einem Traumstrand in Kenia ein Lokal am Indischen Ozean an. Trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen scheinen die Behörden machtlos.

Diani Beach – Unbekannte haben einen Anschlag auf eine Bar im beliebten kenianischen Ferienort Diani Beach etwa 35 Kilometer südlich von Mombasa verübt. Zehn Menschen wurden verletzt, als die Täter einen Sprengsatz in das Lokal warfen.

„Es hat keine Toten gegeben, aber sechs der Betroffenen sind schwer verletzt“, sagte ein Polizeisprecher. Bei den Verletzten soll es sich ausschließlich um Kenianer handeln. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz hinter dem Anschlag steckt, die von Somalia aus operiert und den ostafrikanischen Staat wirtschaftlich und politisch ins Chaos stürzen will.

Diani Beach liegt direkt am Indischen Ozean und ist wegen seiner weißen, 25 Kilometer langen Sandstrände bei Touristen beliebt. Es ist das touristische Zentrum der kenianischen Südküste. Die Zeit um Weihnachten und Silvester gilt als Hochsaison.

Jedoch ist die Sicherheitslage in der Region schon seit Monaten prekär: Die Al-Shabaab-Miliz verübt seit mehreren Jahren immer wieder Anschläge als Vergeltung für den Einsatz kenianischer Truppen in Somalia. Die Gruppe war auch für den Anschlag auf das Einkaufszentrum Westgate in der Hauptstadt Nairobi verantwortlich, bei dem im September mindestens 67 Menschen getötet worden waren. Mehr als 150 Besucher des Zentrums wurden zum Teil schwer verletzt.

Zielscheibe sind zudem immer wieder Ausländer, da die Terroristen den Tourismus schädigen wollen – eine der wichtigsten Einnahmequellen des ostafrikanischen Landes. Erst im Dezember waren zwei britische Touristen in der Nähe von Diani Beach mit einer Granate angegriffen worden, die jedoch nicht explodierte. Der Sprengsatz wurde später von Experten kontrolliert zur Explosion gebracht. Die Polizei leitete umfangreiche Ermittlungen sowie eine Fahndung nach dem flüchtigen Täter ein. Gefasst wurde bisher allerdings niemand.

Nur wenige Tage später wurden bei einem Anschlag auf einen Bus in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mindestens sechs Menschen getötet. Eine Gruppe von Angreifern habe eine Granate in den Bus geworfen, teilte das Innenministerium damals mit. Etwa 30 Menschen wurden bei der Attacke verletzt, ein Verdächtiger wurde festgenommen. Der Anschlag ereignete sich im Viertel Pangani. Der Bus kam aus dem angrenzenden Stadtteil Eastleigh, in dem viele Einwanderer aus Somalia leben.

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