DE MAIZIÈRES ABSCHIEDSGRUß

Standesdünkel

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Wenn Horst Seehofer sein neues Büro im Bundesinnenministerium wirklich beziehen sollte, wird er dort eine Notiz seines Vorgängers vorfinden.

Tenor: Mit Deiner Volkshochschulbildung bist Du zu doof für dieses Amt. Nicht anders sind die Einlassungen des scheidenden Ministers Thomas de Maizière zu verstehen: Wer kein Volljurist sei, werde es schwer haben im Verfassungsministerium, leider, leider sei die „Überheblichkeit“ der Beamten doch zu groß, teilt er per FAZ-Interview mit.

Zwar darf man sich wirklich wundern über die Genese des CSU-Zugriffs aufs Innenressort, das wohl vierte Wahl war. Aus de Maizières Worten spricht aber – außer Frust über den Amtsverlust – unangemessene Arroganz. Kann es sein, dass er im fünften Jahr ein Ressort hinterlässt, in dem offenbar Überheblichkeit der Beamten politische Weisungen außer Kraft setzt? Übrigens: Ausgerechnet bei ihm sind Standesdünkel unangebracht, wie eine Schlüsselszene aus dem Flüchtlingsherbst 2015 lehrt. Dass damals die Grenze im Südosten nicht zeitnah geschlossen wurde, entsprang einer groben Fehleinschätzung der leitenden Juristen aus seinem Haus, von der sich der Volljurist de Maizière und dann die Kanzlerin in der Eile blenden ließen. Nun ist Seehofer wahrlich nicht fehlerfrei – das wäre ihm aber gewiss nicht passiert.

Christian Deutschländer

Sie erreichen den Autor unter

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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