Ein schwarzer Tag

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Morddrohungen erzwingen Pegida-Absage. Man kann zu Pegida stehen, wie man will: Die gestrige Absage der Dresdner Montagsdemo war ein schwarzer Tag für den freiheitlichen Rechtsstaat.

Wenn man aus Angst vor hasserfüllten Islamisten seine Meinung hierzulande nicht mehr frei äußern darf, ist es weit gekommen. Dann ist auch der Hinweis des AfD-Politikers Gauland erlaubt, dass es in Deutschland eine Islamisierung gibt – jedenfalls in dem Sinne, dass sich unsere Gesellschaft unterschwellig verändert, dass Denk- und Artikulationsverbote entstehen, die es früher nicht gab.

In diesem Sinne leider mustergültig lief ja schon die Karikaturen-Debatte bei uns: Statt die Mörder von Charlie Hebdo ohne wenn und aber zu ächten, hieß es unter dem Rubrum „Ich bin nicht Charlie“ bald allerorten, die Zeichner hätten religiöse Gefühle verletzt und sich und andere dadurch in Lebensgefahr gebracht. Den Zusatz „recht geschieht’s ihnen“ konnte sich jeder dazu denken. Einige in der CSU wollten sogar den Blasphemie-Paragraphen verschärfen. Dabei sind Karikaturen, und zwar solche der übelsten Sorte, in der islamischen Welt selbst durchaus verbreitet. Was iranische Zeitungen an gehässigen Juden-Karikaturen drucken, spottet jeder Beschreibung. Dagegen setzte Charlie Hebdo nun einen liebevoll gezeichneten weinenden Mohammed. Und schon marschiert überall in der islamischen Welt ein rasender Mob.

Wir müssen uns lösen von der Illusion, dass wir uns Frieden mit Gotteskriegern erkaufen können, wenn wir ihr krankes Denken verstehen wollen oder selbst nach ihren Regeln zu leben versuchen. Denn sie suchen sich immer neue Vorwände, um uns zu bedrohen. Weil sie unsere freie Art zu leben hassen: Wenn es nicht die Karikaturen sind, dann eben Pegida. Und wenn nicht Pegida, dann die Teilnahme am Krieg gegen IS. Oder es sind die Miniröcke, die ihr Empfinden verletzen. Oder Frankreichs Juden. Oder die Schwulen.

Nein! Nicht wir müssen uns ändern. Wer bei uns leben will, hat gefälligst unsere Regeln zu respektieren. Dem Rest steht es frei zu gehen. Und wer das nicht will und die Scharia nach Europa bomben will, ist ein Fall für Polizei und Terrorfahnder. Wenn nötig auch mit Vorratsdaten.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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