IT-SICHERHEITSGESETZ SOLL VOR ATTACKEN AUS DEM NETZ SCHÜTZEN – REGIERUNG UNTERSTÜTZT BAYERISCHE UNTERNEHMEN

Schutzschilde gegen Cyberangriffe

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Zukunfts-Treffen: ZDB-Gründungspräsident Manfred Broy und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. DPA

München – Fast jeder Bereich des täglichen Lebens ist von informationstechnischen Systemen, von sogenannter IT, abhängig.

Wenn Dienstleistungen ausfallen oder gestört sind, die zum Versorgen der Menschen und für die öffentliche Sicherheit notwendig sind, kann das drastische Folgen für die Bevölkerung haben.

In Deutschland werden zu den Betreibern solcher kritischen Infrastrukturen Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur gezählt. Die Bundesregierung geht von bis zu 2000 Betreibern aus, die für das Funktionieren kritischer Dienstleistungen erforderlich sind – und die vor schwerwiegenden Cyberattacken geschützt werden müssen.

Das Bundesinnenministerium gibt jährlich einen Lagebericht zur IT-Sicherheit heraus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kümmert sich tagesaktuell um das Thema. Für den Schutz kritischer Infrastrukturen gibt es den UP KRITIS, eine öffentlich-private Kooperation zwischen Betreibern kritischer Infrastrukturen, deren Verbänden und den zuständigen staatlichen Stellen. Die Partner informieren sich über aktuelle Vorkommnisse und bewerten und schätzen Bedrohungslagen ein.

Das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (kurz: IT-Sicherheitsgesetz) soll vor allem den Schutz kritischer Infrastrukturen vor Cyberangriffen verbessern. Es trat im Juli 2015 in Kraft und hat das BSI mit umfassenderen Befugnissen ausgestattet. Betreiber wichtiger Anlagen etwa aus den Bereichen Strom- und Wasserversorgung und Gesundheit werden verpflichtet, ein Mindestmaß an IT-Sicherheit einzuhalten. Und sie müssen erhebliche Störungen an das Bundesamt melden.

Für Betreiber von Webangeboten wie Online-Shops gelten erhöhte Anforderungen an den Schutz ihrer Kundendaten und der genutzten IT-Systeme. Telekommunikationsfirmen müssen unter anderem ihre Kunden warnen, wenn sie bemerken, dass deren Anschlüsse für Cyberangriffe missbraucht werden. Im Freistaat gibt es seit 2016 das Zentrum Digitalisierung Bayern (ZDB). Die Initiative der Staatsregierung mit Sitz in Garching sieht sich als Impulsgeber und Netzwerk, in dem sich Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik zum Thema Digitalisierung austauschen können. Cybersicherheit spielt dabei eine wichtige Rolle. „Wir bringen Anbieter von IT-Sicherheitslösungen mit Anwendern zusammen“, erklärt die zuständige Referentin Bianca Sum. Besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen bestehe noch Bedarf, Lücken zu schließen.  mh, kb, dpa

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