EX-MINISTER POSITIONIEREN SICH FÜR STICHWAHL UM SPITZENKANDIDATUR

FDP sammelt sich hinter Hagen

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München – Am Ende können beide gar nicht fassen, wie nah das Amt des FDP-Spitzenkandidaten ist.

Wenn es statt der Urwahl einen Vorstandsbeschluss gegeben hätte, sagt Martin Hagen, „dann säße ich jetzt nicht hier“. Albert Duin, sein Konkurrent in der Stichwahl, dreht sich ruckartig um. „Ich auch nicht.“

Das klingt nach vornehmer Bescheidenheit, fasst aber das Dilemma der FDP in Bayern gut zusammen. Eine Urwahl hat es bei den Liberalen noch nie gegeben. Sie ist dem Vernehmen nach nur dem Fakt geschuldet, dass der Landesvorstand seinen Ex-Vorsitzenden Albert Duin als Spitzenkandidat verhindern wollte, aber niemand den Mumm hatte, offen zu rebellieren. Also öffnete man den Bewerbungsprozess für alle. Landeschef Daniel Föst verkauft die Urwahl seitdem als modernen Ansatz und verweist auf die hohe Legitimität, die der spätere Spitzenkandidat haben werde.

Duin hat es wegen seiner Bekanntheit wie erwartet in die Stichwahl geschafft (30,5 Prozent), mit Ex-Landesgeschäftsführer Martin Hagen hat er aber einen starken Konkurrenten. Noch dazu einen, der überraschend schon im ersten Wahlgang vorn lag (36,6 Prozent). Nun kommt es darauf an, wer die Unterstützer der anderen Kandidaten hinter sich versammeln kann.

Schwierig für Duin: Prominente FDP-Vertreter melden sich zu Wort und unterstützen Hagen. Ex-Wirtschaftsminister Martin Zeil sagt unserer Zeitung, er unterstütze Hagen, „weil er für einen überzeugenden Generationswechsel an der Spitze und klare landespolitische Konturen steht“. Ex-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch sagt über Hagen: „Er ist inhaltlich und rhetorisch stark und wird alle Kräfte der Partei hinter sich sammeln.“

Auffällig ist der große Abstand, den die beiden Führenden zu den anderen Urwahl-Teilnehmern aufbauen konnten. Erst abgeschlagen folgen der Ex-Landtagsabgeordnete Tobias Thalhammer (12,9 Prozent) und die Münchner Stadträtin Gabriele Neff (8,1). Insgesamt beteiligten sich 2460 der 6261 Mitglieder. Laut Landeschef Föst „ein gutes Ergebnis“, die Wahl sei „ein großer Spaß“. Um die Ergebnisse hatten die Funktionäre bis zu der Pressekonferenz am Freitagvormittag dann auch ein Geheimnis gemacht. Selbst die Kandidaten sollen erst kurzfristig informiert worden sein.

Ab Montag können die FDP-Mitglieder erneut abstimmen, am 13. März wird das Endergebnis bekannt gegeben. Anschließend folgt die Aufstellung der Bezirkslisten, der FDP-Bezirk Oberbayern trifft sich am 17. März in Pasing. Unabhängig von der Mitgliederbefragung kandidieren sowohl Hagen (in Rosenheim-Ost) als auch Duin (in München-Moosach) für den Landtag. Sebastian Dorn

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