100 SÄNGER, EIN SONG

100 Sänger, ein Song Die Frage, welche Stars „Mr.

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Auch Katja Ebstein sang schon von Bojangles. dpa

Die Frage, welche Stars „Mr. Bojangles“ gecovert haben, ist nicht ganz leicht zu beantworten.

Einfacher wäre: Welche Stars haben „Mr. Bojangles“ nicht gecovert? Denn es sind so viele. Mindestens 100 Versionen sind in den letzten 50 Jahren entstanden. Und die wohl berühmteste Fassung stammt von Sammy Davis Jr., dem „Rat Pack“-Kumpel von Frank Sinatra und Dean Martin. Sammy liebte „Mr. Bojangles“ – und er hasste ihn. Bei einem TV-Auftritt mit Tom Jones weigerte er sich, das Stück zu singen. Er tanzte seinen Bojangles wortlos. Freunde vermuten: Weil der Entertainer lebenslang Angst hatte, ebenso wie der Tänzer aus dem Lied verarmt in der Gosse zu landen. Erst später wurde „Mr. Bojangles“ zu seinem Paradestück, mit dem er lange Jahre seine Konzerte beendete.

Nina Simone, Harry Belafonte, Harry Nilsson, Billy Joel, Neil Diamond, Elton John – alles, was Rang und Namen hat, sang und tanzte mit „Mr. Bojangles“. Bob Dylan raunzte ihn 1973 auf seinem Album „Dylan“ mit Gospelchor: „And he daaaaaaanced for you.“ Robbie Williams pfiff sich einen. Seine neckische und leichtfüßige Version glänzte 2001 als Herzstück des Albums „Swing when you’re winning“, zwischen „Something stupid“ und „Things“. Weil Jung-Robbie aus Stoke-on-Trent allerdings niemand abgenommen hätte, dass er in New Orleans eingesessen hat, ließ er diese Passage kurzerhand weg.

Und so schnitzte sich jeder seinen Bojangles zurecht. Katja Ebstein sang ihn bereits 1971 auf Deutsch, mit einem Text von Michael Kunze. „Er trug nur ein paar Lumpen und zerrissene Schuh, als ich ihn sah. Ich seh ihn noch vor mir mit seinem schwarzen Hut und weißem Haar Ein kleines Kind stand vor ihm und rief laut: Mr. Bojangles!“

Für allzu viel Drama war im Schlager der 70er allerdings kein Platz, auch bei Katja Ebstein musste Bojangles nicht einsitzen. Ebenso großartig wie skurril ist die Version von Helge Schneiders 2013er-Album „Sommer, Sonne, Kaktus!“. Helge nuschelt sich in einer lässigen Swing-Nummer durch den englischen Text, der bei ihm nach „Mischter Bouschängls“ klingt.

Doch auch Helge Schneider hat noch längst nicht die obskurste Fassung gesungen. Diese Ehre gebührt (neben der gesprochenen Version von Enterprise-Captain William Shatner) zweifellos Homer Simpson, der das Lied 2004 in der Folge „Milhouse doesn’t live here anymore“ zum Besten gab – passenderweise als tanzender Bettler auf der Straße, um Geld für ein Geschenk zum Hochzeitstag mit Marge zu sammeln.

Jörg Heinrich

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