Russlands deutschsprachiger Propaganda-Sender

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Russisches Staatsfernsehen auf Deutsch: Moderatorin Jasmin Kosubek interviewt ihren Chefredakteur Ivan Rodionov. Screenshot

Das Gesicht von Wladimir Putin in Deutschland ist jung und weiblich: Jasmin Kosubek moderiert seit vergangener Woche noch etwas holprig die allabendliche Sendung „Der fehlende Part“ des neuen Senders „RT Deutsch“. Der Ableger des staatlichen russischen Fernsehsenders „Russia Today“ will die Informationen liefern, die deutsche Medien angeblich verschweigen – und zwar auf Deutsch.

Finanziert wird „RT Deutsch“, dessen Propaganda-Sendungen nur im Internet zu sehen sind, vom Kreml.

Zu den ersten Gästen im Studio zählte der Chefredakteur von „RT Deutsch“, Ivan Rodionov. Den kennt mancher Zuschauer schon aus Talkshows deutscher Sender, in denen er Putins Politik verteidigt. In der ersten Ausgabe von „Der fehlende Part“ versucht er, die Kritik an der staatlich finanzierten Propaganda scheinbar ironisch zu entkräften, man sei ja das „kleine Schmuddelkind der Kreml-Propaganda“. Seit dem Start sendet „RT Deutsch“ wilde Verschwörungstheorien, etwa über das angebliche „Dreieck“ aus Deutschland, Katar und den IS-Terroristen. Interviews führt Moderatorin Kosubek meist mit Suggestivfragen, ihre Gäste sind in der Regel dubioser Provenienz. Der deutsche Medienwissenschafter Bernhard Pörksen rät im Deutschlandfunk trotzdem, den Sender ernst zu nehmen – da „RT Deutsch“ bewusst versuche, die steigende Medienverdrossenheit deutscher Zuschauer für die eigene Propaganda zu nutzen.        pv

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