Ekel-Auftritt

Trump-Anwalt spricht über Wahlbetrug, plötzlich laufen braune Tropfen an Wange herunter - Zuschauer spekulieren

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    vonAnna-Katharina Ahnefeld
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Was für ein Auftritt: Während Trump-Anwalt Rudy Giuliani über angebliche Wahl-Manipulation spricht, läuft ihm ein dicker, brauner Tropfen das Gesicht herab.

  • Während einer Pressekonferenz am Donnerstag sorgt Trump-Anwalt Rudy Giuliani für einen bizarren Auftritt.
  • Er wettert gegen Demokraten und einen angeblichen Wahl-Betrug.
  • Währenddessen läuft ihm eine dunkle Flüssigkeit das Gesicht herab.

Washington - Man möchte sich gerne vorstellen, wie Hair Stylisten in schicken Boutiquen in New York oder Washington sitzen und mit Entsetzen die Pressekonferenz des Trump-Anwalts Rudy Giuliani am Donnerstag im Hauptsitz des Republikanischen Nationalkomitees verfolgen.

Nicht nur, weil er dort im Sinne des Trump-Lagers erneut von angeblicher Wahl-Manipulation sprach - denn noch immer will der scheidende 45. US-Präsident seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden* nicht eingestehen. Sondern auch, weil sich langsam, auf beiden Seiten seiner Schläfen, zwei dicke, braune, ölige Tropfen lösten und seine Wangen hinab, eine Spur hinterlassend, nach unten kullerten.

Trump-Anwalt Giuliani spricht über Wahlbetrug, plötzlich laufen braune Tropfen an Wange herunter - was war es nun?

War es Haarfärbemittel? Schminke? Oder der „Meltdown“ von Trumps Strategie gegen das Ergebnis der US-Wahl 2020, wie manche Nutzer auf Twitter schrieben? Gegenüber der New York Times sagte ein New Yorker Hairstylist, es könnte sich um Mascara handeln, um die Geheimratsecken dunkel zu färben.

Nichtsdestotrotz, sowohl inhaltlich als auch ästhetisch fand der Auftritt Giulianis in den Medien große Beachtung. Der einstige New Yorker Bürgermeister, bekannt für seinen Einsatz nach 9/11, sprach davon, dass die US-Amerikaner Donald Trump* gewählt hätten. Joe Biden sei nur deswegen in Führung, weil die Briefwahl gefälscht worden sei. Wofür es allerdings nach wie vor keinerlei Beweise gibt. Erst Anfang der Woche feuerte Trump den Cybersicherheits-Chef Chris Krebs, weil dieser sagte, die US-Wahlen 2020 seien die sichersten der Geschichte gewesen. Und auch die renommierte US-Zeitung The New York Times fand bei ihren Nachforschungen keinerlei Beweise für Manipulation.

Trump-Anwalt: Rudy Giuliani spricht auf Pressekonferenz von Wahl-Betrug - trotz fehlender Beweise

Für Rudy Giuliani ist es jedoch simpel, wie die Washington Post schreibt: China, Kuba, Venezuela, Argentinien, die Antifa, George Soros, die großen Tech-Firmen, ein Webserver aus Deutschland, die großen US-amerikanischen Städte - all diese sind „on it“, so drückte Giuliani es aus. „On it“ bedeutet in diesem Fall, den Wahlsieg Donald Trump zu entreißen. Ein taktischer Plan, der auch beinhaltete, republikanische Wahlbeobachter in großer Entfernung zu positionieren. 90 Minuten ging die Tirade Rudy Giulianis, vieles wurde wiederholt, was Donald Trump ebenfalls bereits mehrfach behauptet hatte. Doch Beweise ließ der Trump-Anwalt vermissen. Obgleich er angab, dass Donald Trump diese hätte. Dabei ging er auf Anklagen ein - die aber bereits fallen gelassen wurden, aufgrund mangelnder Beweise - beispielsweise zuletzt in Michigan, wie die New York Times und Politico schreiben.

Sich selbst bezeichneten Rudy Giulianis und die weiteren Anwälte im Trump-Team als „Elite-Streik-Team“, das sagte die leitende Rechtsberaterin Jenna Ellis - die sich kürzlich live im Fernsehen blamierte. Was sie verbreiteten, war jedoch eine wilde Mischung an Falschaussagen und Verschwörungsmythen, warum Trump der eigentliche Gewinner der US-Wahl 2020* sei, schreibt CNN. Chris Krebs, der entlassene Cybersicherheits-Chef meldete sich auf Twitter mit folgenden Worten: „Diese Pressekonferenz war die gefährlichste 1-stündige 45-minütige Fernsehveranstaltung in der amerikanischen Geschichte. Und möglicherweise die verrückteste.“ Auch Politico bezeichnete die Pressekonferenz als „madcap“ (verrückt). Und in Fox-News, die von Trump als einstiger Lieblingssender verstoßen wurde, sagte Fox-News-Journalistin Kristin Fisher: „Das war sicherlich eine farbenfrohe Pressekonferenz von Rudy Giuliani, aber es gab nur wenige Fakten.“

Rudy Giuliani: Friseure geben ihm Tipps - Soll seine Haare einfach ergrauen lassen

Doch auch in den Rängen der Trump-Administration ist Rudy Giuliani teilweise unbeliebt. Die Washington Post schreibt, dass manche seinen Auftritt als unseriös und schlechte Idee beschrieben - wobei niemand dafür seinen Namen in den Ring werfen wolle. Auch sei Giuliani, seitdem er von Trump zu seinen persönlichen Anwalt ernannt wurde, mit einigen der Stabschefs des Weißen Hauses aneinandergeraten. John Kelly, der ehemalige Stabschef des Weißen Hauses* beispielsweise, so die Washington Post, habe es stets vermieden, im selben Raum zu sein, wenn Trump mit Giuliani sprach. Mark Meadows hingegen, der aktuelle Stabschef, schätze den aggressiven Einsatz Giulianis im Fernsehen.

Name Rudolph William Louis Giuliani
BerufAnwalt, Politiker der Republikanischen Partei.
BesonderheitEhemaliger Bürgermeister von New York (1994 - 2001)
Geburtstag und Geburtsort28. Mai 1944 , New York City

Währenddessen nimmt die Daily Beast den Auftritt Rudy Giulianis zum Anlass, mit zahlreichen Friseuren über das Färben der Haare zu sprechen. Oder einfach grau zu werden. Koloristin Patti O’Gara äußerte sich dazu folgendermaßen: „Ich würde sagen, im Jahr 2020 sind viele Dinge passiert, die wir normalerweise nicht akzeptieren. Lassen Sie also Ihre Grautöne fliegen, Rudy.“ Und Meghan McCain, Journalistin und Tochter von John McCain meldete sich ebenfalls zu Wort. Auf Twitter schrieb sie: „Außerdem, wie heiß ist dieser Raum?!?!“(aka)*Merkur.de ist teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © acquelyn Martin/AP/dpa

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