MVV-TARIF: KOMMT DAS EIN-EURO-TICKET?

Riskante Strategie

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Vielleicht war die Idee mit dem Ein-Euro-Ticket nur als Wahlkampfgag gedacht.

Doch jetzt fällt Ministerpräsident Söder das Versprechen auf die Füße: Die Landräte im MVV-Gebiet nehmen ihn beim Wort und pochen auf schnelle Nachverhandlungen – am besten noch vor der Wahl. Söder soll nun also schnell liefern. Aber ob er sich darauf einlässt? Söder wäre nicht Söder, wenn er sich nicht eine Hintertür offen gelassen hätte – denn das preisgünstige Ticket soll, so sagte er, „ab Mitte 2020, spätestens ab 2030“ kommen. Die Strategie der Landräte ist daher riskant, denn im schlimmsten Fall passiert bis dahin gar nichts. Ohnehin könnten S- und U-Bahnen den erwarteten Zuwachs an Passagieren heute gar nicht aufnehmen. Sie sind ja jetzt schon voll.

Das Ein-Euro-Ticket ist also eine Verheißung für die fernere Zukunft. Sie ist ja nicht einmal durchgerechnet – Schätzungen gehen bis zu zwei Milliarden (!) Euro Kosten für den Freistaat pro Jahr. Daher ist es falsch, die bereits beschlossene MVV-Reform Knall auf Fall abzusagen. Sie bringt immerhin geschätzt für zwei Drittel der MVV-Nutzer finanzielle Vorteile. Ihnen ist der Spatz in der Hand im Zweifel wohl lieber als die Taube auf dem Dach. Nachverhandeln kann man eine Reform ja immer.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@ovb.net

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