GRAMMER VOR ÜBERNAHME DURCH CHINESEN

Die Retter wollen die Macht

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Kommt mit Grammer erneut ein bayerisches Unternehmen in die Hand chinesischer Investoren?

Die Sache ist diesmal nicht einfach: Als es um die Abwehr einer feindlichen Übernahme durch die bosnische Industriellenfamilie Hastor ging, war Ningbo Jifeng als Retter hochwillkommen. Nun wollen die Chinesen die ganze Macht – und man kann ihnen kaum den Stuhl vor die Tür setzen.

Doch das Ungleichgewicht bleibt: Deutschland ist für Investoren aus aller Welt offen. China schottet sich ab. Chinesische Unternehmen in Deutschland haben volle Freizügigkeit. Deutsche Unternehmen in China unterliegen einer strengen staatlichen Regulierung. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass man die Freiheiten, die man im Ausland genießt, im Gegenzug auch im eigenen Land gewährt. Davon ist China weit entfernt.

Warum sind die Chinesen vor allem in Deutschland auf Einkaufstour? Weil deutsche Unternehmen global besonders erfolgreich sind. Doch es gibt einen weiteren Grund: Deutsche Sparer meiden Aktien. Deshalb sind deutsche Unternehmen auf internationale Investoren stärker angewiesen als Konkurrenten in anderen Ländern. Der bedrohliche Ausverkauf, den wir derzeit erleben, ist mangels einer deutschen Aktienkultur auch selbst verschuldet.

Martin Prem

Sie erreichen den Autor unter

Martin.Prem@ovb.net

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