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Im Regen

Flüchtlinge: München bittet um 2. Drehkreuz.

Mit der Solidarität ist das so eine Sache: Die, die am lautesten danach rufen, sind nicht immer die, die sie am barmherzigsten üben. Man wundert sich, dass ausgerechnet das grün-rot regierte Baden-Württemberg am Mittwoch einen Aufnahmestopp für neu ankommende Flüchtlinge verhängte. Und dass sich Länder wie Thüringen, dessen Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei besonders vehement gegen jede Verschärfung der Zuwanderungsregeln wettert, trotz des hohen Wohnungsleerstands hartnäckig gegen mehr Neuankömmlinge sträuben. Um keinen Ärger mit der eigenen Bevölkerung zu riskieren. Lieber wirbt Ramelow wie andere führende Vertreter seiner Partei für einen „Flüchtlingssoli“. Auch so lässt sich im Osten der Republik Willkommenskultur unter Beweis stellen.

Das allseits beklagte Schauspiel, das Europa im Flüchtlingsdrama bietet, wiederholt sich im Kleinen innerhalb Deutschlands. Es ist kein Ruhmesblatt, wie die anderen Bundesländer das um Hilfe rufende München im Regen stehen lassen. Zuletzt kamen hier täglich über 6000 Menschen an. Ja, München packt mit bewundernswertem Einsatz an – aber für seine flehentliche Bitte, Deutschland möge ein zweites Drehkreuz für ankommende Flüchtlinge errichten, erntet es anderswo nur betretenes Schweigen. In der Bundespolitik lesen die Grünen Katrin Göring-Eckardt und Simone Peter allen anderen gern die Leviten in Sachen richtiger Umgang mit Flüchtlingen. Aber auch in den grün (mit-)regierten Städten Stuttgart und Frankfurt hält man sich in der Drehkreuzfrage vornehm zurück.

Es ist leicht, mit dem Finger auf Europa zu zeigen, auf Brüssel, auf Dänemark, auf Ungarn. Aber offenbar nicht ganz so leicht, dort, wo man kann, selbst mit besserem Beispiel voranzugehen.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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