PROTESTE IN RUSSLAND

Putins Renten-Problem

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Mit einem großen Sport-Event kann man vieles zukleistern – aber eben nicht alles.

Das geht im Moment auch der russischen Regierung auf, die ihre ganz und gar unpopulären Renten-Pläne just an dem Tag vorstellte, als das ganze Land sich auf die Eröffnung der Fußball-WM freute. Das Kalkül war so durchsichtig, dass man es nicht noch mal darlegen muss. Aber die ganze Sache könnte eine für den Kreml unschöne Dynamik zu entwickeln.

Die Proteste in Moskau und anderen Städten mit einigen zehntausend Menschen mögen das Duo Putin/Medwedew noch nicht in Panik versetzen, zumal es vor allem die Gewerkschaften und linken Parteien waren, die mobilisieren konnten. Aber die Reform hat längst auch andere Bevölkerungsschichten erreicht. Die Lebenserwartung der Männer liegt bei gerade mal 67 Jahren. Sie finden es unerträglich, das Rentenalter nur um ein paar Monate zu überleben. Wie viel Pulver in dieser Frage steckt, zeigen die sinkenden Umfragewerte für Präsident Putin, der nicht zufällig besonders lange zu dem Thema schwieg.

Ob das Thema wirklich zur Bewährungsprobe für die Regierung wird, entscheidet sich daran, wie viele Menschen sich den Protesten anschließen. Renten sind überall ein delikates Thema. Selbst Autokraten können sich daran die Finger verbrennen.

Marcus Mäckler

Sie erreichen den Autor unter

Marcus.Maeckler@ovb.net

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