BRÜCHIGE FEUERPAUSE IN SYRIEN

Putins Gift

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Nach neun Tagen ständiger Bombardements und Gefechte wäre ein Luftholen für die Menschen in Ost-Ghuta dringend nötig gewesen.

Aber offenbar sind den Konfliktparteien selbst fünf magere Stunden zu viel. Ob die Rebellen oder syrische und russische Truppen die gestrige Waffenruhe zuerst gebrochen haben, ist schwer zu sagen, und natürlich schieben sich beide Seiten die Schuld zu. Eines liegt aber auf der Hand: Die von Moskau verordnete Feuerpause war von Anfang an vergiftet.

Noch am Samstag stimmten die Russen im Weltsicherheitsrat einer mindestens 30-tägigen Waffenruhe zu – zwei Tage später präsentierte Wladimir Putin seinen eigenen Plan, als hätte es gar keine Zusage gegeben. Besonders zynisch fiel die Begründung aus: Man wolle Fluchtkorridore für Zivilisten errichten und Hilfslieferungen ermöglichen. Natürlich weiß Putin, dass fünf Stunden am Tag zu wenig sind, um Hilfe in eine brennende Region zu schicken oder sie geordnet zu evakuieren. Zumal für viele eine Flucht ohnehin nicht in Frage kommen dürfte – aus Angst vor der Rache des syrischen Präsidenten Assad. Im umkämpften Aleppo war es das Gleiche.

Putin geht es nicht um die Menschen, sondern darum, Assad im Amt zu halten. Deshalb unterläuft er ohne Scham UN-Resolutionen, statt sie umzusetzen. Leider fällt dem Westen außer lauwarmen Appellen dazu nichts ein.

Marcus Mäckler

Sie erreichen den Autor unter

Marcus.Maeckler@ovb.net

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