Produkt statt Kunde

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Ab heute gelten neue Facebook-Regeln. Für Facebook-User ist es längst Routine: Mal wieder ändert der amerikanische Internetriese, der in Europa im steuergünstigen Irland residiert, seine Datenschutz-Richtlinien.

Schritt für Schritt weitet das Unternehmen die Überwachung seiner User aus – womöglich sogar jenseits deutscher Rechtsprechung. Nun wird auch das Surfverhalten außerhalb des Netzwerkes ausgewertet. Einspruchsmöglichkeiten für den User gibt es keine: Wem es nicht passt, der kann ja gehen. Das tun freilich nicht einmal diejenigen, die sich gerne lautstark über die NSA echauffieren. Selbst schuld, könnte man angesichts von so viel Widersprüchlichkeit sagen.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Es gehört zu den Aufgaben der Politik, den Schutz der Bürger zu garantieren. Auch den Datenschutz. Das Signal des Bundestags, einen Facebook-Manager zur Anhörung zu zitieren, weist in die richtige Richtung. Viel zu lange haben sich die Abgeordneten (Altersschnitt: 50 Jahre) vor Netzthemen gedrückt. Die Datenschutzfrage bei Facebook oder Google müsste aber europaweit diskutiert werden.

Auch der Einzelne ist gefordert. Zu viele scheinen zu vergessen, dass sie für Facebook und andere Internetkonzerne keine Kunden sind – sondern lebendige Produkte, mit deren Daten sich eine Menge Geld verdienen lässt. Der gläserne Mensch ist hier längst Realität. Daran sollte denken, wer gar zu unbedarft durch die virtuelle Welt surft.

Mike Schier

Sie erreichen den Autor unter

Mike.Schier@ovb.net

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