Herrmann stellt Zahlen vor

Es passiert nachts und an Wochenenden: Attacken auf Polizisten in Bayern auf Höchststand

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Nahaufnahme eines Polizeihelms, der durch einen Steinewerfer stark beschädigt wurde - Aufnahme aus dem Jahr 2012.

2018 hat die Zahl der Attacken auf Polizisten in Bayern einen neuen Höchststand erreicht. Auch Details zu Tätern und Tatorten hat das Innenministerium verkündet.

München - Die Gewalt gegen Polizisten in Bayern hat einen neuen Höchststand erreicht - zumindest gemessen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010. 7.689 Fälle wurden 2018 registriert, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München erklärte. Im Vorjahr waren es noch 7.334 Fälle.

Gezählt wurden dabei auch Beleidigungen, sie machten mit knapp 3.000 Fällen den größten Einzelposten aus. In der Statistik finden sich aber auch 4382 Gewaltdelikte, darunter wiederum 11 versuchte Tötungsdelikte. 28 Mal kam es zu Attacken mit Schusswaffen.

Bereits Anfang Juni hatte das BKA eine alarmierende Statistik zu Übergriffen auf Polizisten in Bayern veröffentlicht. „Ein solches Ausmaß an Hass und Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte ist absolut inakzeptabel“, sagte Herrmann bei der Vorstellung der Zahlen. Er kündigte an, die Ausrüstung der Beamten deshalb weiter kontinuierlich zu verbessern.

Gewalt gegen Polizisten in Bayern: Details zu den Tätern

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 17.367 Polizeibeamte beleidigt, bespuckt, bedroht, geschlagen oder verletzt. Das waren gut 800 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl ist höher als die reine Fallzahl, da bei einer entsprechenden Tat mehrere Beamte gleichzeitig betroffen sein können. 2566 Beamte wurden verletzt - ein Zuwachs von knapp 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ebenfalls ein neuer Höchststand.

Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen war männlich: 86 Prozent. 28,7 Prozent waren Ausländer. Auffällig ist zudem: Zwei Drittel der Tatverdächtigen standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Die meisten Fälle hätten sich nachts, an Wochenenden und in größeren Städten ereignet, hieß es.

Attacken auf Polizeibeamte: Herrmann kündigt Maßnahmen an - einige sind umstritten

„Jeder Angriff gegen unsere Polizistinnen und Polizisten ist ein Angriff gegen unsere Gesellschaft und unsere demokratischen Grundwerte“, sagte Herrmann. „Das dürfen und werden wir nicht dulden.“ Man lasse sich die Ausrüstung deshalb einiges kosten.

Herrmann verwies unter anderem auf die flächendeckende Einführung von sogenannten Bodycams: Bis zum Herbst soll die Polizei in ganz Bayern mit diesen Körperkameras ausgerüstet werden, die an Uniformen befestigt werden und Einsätze in Bild und Ton aufzeichnen können. Weiter nannte Herrmann auch die Erprobung von „Distanz-Elektroimpulsgeräten“ - die Waffe ist allerdings umstritten

Aber auch die Aus- und Fortbildung soll weiter verbessert werden. Herrmann kündigte zudem an, Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte sollten künftig, wenn möglich, noch schneller verfolgt und geahndet werden.

Bayern: Gewalt gegen Polizisten - auch Grüne kritisieren „steigende Respektlosigkeit“

Auch Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze forderte eine konsequente Verfolgung und Bestrafung der Taten. „Zunehmende Übergriffe auf unsere Polizeikräfte sind ein erschreckendes Indiz für steigende Respektlosigkeit in Teilen der Bevölkerung gegenüber dem Staat und dessen Gewaltmonopol“, sagte sie. Man müsse potenzielle Opfer besser schützen und die Täter intensiver ins Blickfeld nehmen. 

SPD-Innenpolitik-Experte Stefan Schuster (SPD), früher selbst bei der Berufsfeuerwehr tätig, betonte: "Gewalt gegen Polizisten, aber auch gegen Rettungskräfte oder Feuerwehrleute ist völlig inakzeptabel. Diese Menschen schützen uns und haben daher unseren Respekt verdient.“ Es sei deshalb überfällig, dass die Ausrüstung weiter verbessert werde.

AfD-Politiker Richard Graupner erklärte: „Aus meiner Sicht als langjähriger Polizeibeamter kann die Lösung nur sein, dass die Polizei konsequent durchgreift. Sie muss auch Härte zeigen.“

Mit dem Polizeiaufgabengesetz wollte die CSU für mehr Sicherheit im Land sorgen. Nach großem Streit kündigte Herrmann Nachbesserungen an.

Ein Bürger wollte die Polizei dazu bringen, endlich die Wahrheit über Gewalttaten auszusprechen. Doch die schaut anders aus, als er denkt, berichtet Merkur.de.

Noch sind nicht viele Informationen bekannt, doch fest steht: Eine bayerische Politikerin wurde in einer E-Mail sexuell beleidigt.

dpa/fn

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