AUFSTIEG DES TSV 1860: DER LÖWE LEBT

Platz für zwei Vereine

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Das letzte Mai-Wochenende 2018 – im Terminbuch der Stadt München war es frühzeitig mit Rotstift markiert.

Nicht nur die Fans des FC Bayern hatten es fest verplant – den Samstag für das Finale der Champions League in Kiew, den Sonntag dann für Double- oder Triple-Feierlichkeiten auf dem Marienplatz. Nun ist es im Fußball aber wie im echten Leben: Nicht alles ist planbar – und so machte München gestern „blau“, war ab dem frühen Abend fest in Händen freudetrunkener Löwen-Fans.

Der Weg dorthin: natürlich ein Drama. Wie man das vom Giesinger Klub der Extreme gewöhnt ist. 2017 legte eine leblose Söldnertruppe einen Jahrhundertabsturz hin, gipfelnd im Doppelabstieg. 2018 rockten charakterstarke Junglöwen die Regionalliga – und belohnten sich gestern mit einer Auferstehung und Aufstiegsfeier nach Giesinger Art. Feurig, friedlich, verrückt. Sechzig eben.

Dieser Mai hat gezeigt, dass München nicht nur das Fahnderl des Hochglanzklubs FC Bayern in den Wind hält. Es ist auch Platz für den zweiten Profiklub, für einen (wieder) sympathischen Gegenentwurf zu den Reichen und ewig Erfolgreichen. So muss das auch sein in einer Millionenstadt. Selbst gemäßigte Bayern-Fans gönnen den Löwen den Aufstieg. Und wer weiß? Vielleicht gibt es eines fernen Tages auch mal wieder echte Derbys. Was dann los sein wird zwischen Giesing und Fröttmaning, kann sich seit gestern jeder ausmalen.

Uli Kellner

Sie erreichen den Autor unter

uli.kellner@ovb.net

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