Bann auf Wegwerfprodukte

EU beschließt Plastik-Verbot - Zeitplan sieht zügige Umsetzung vor

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Die EU-Staaten haben sich auf ein Plastik-Verbot bei Wegwerfprodukten geeinigt.

Es ist jetzt beschlossene Sache: Die EU-Staaten wollen ein Plastik-Verbot bei Wegwerfprodukten. Bald kommt das Ende von Trinkhalmen und Plastiktellern.

Reaktionen und Meinungen zur Einigung auf ein Plastik-Verbot

Update 09.45 Uhr: Die Reaktionen auf das Verbot von Einweg-Plastik fallen unterschiedlich aus. Die EU feiert sich.

Und lädt ein zum „Cup for Climate“- Wettbewerb. 

Umweltministerin Svenja Schulze begrüßt es, dass jeder, der Wegwerfartikel herstellt, künftig mehr Verantwortung übernehmen muss. 

Greenpeace gehen die Verbote nicht weit genug. „Wir müssen Plastik schon stoppen, bevor es überhaupt produziert wird“, fordert die Umweltschutzorganisation. 

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Gemeinsam mit Greenpeace sammelten Protect Kaho'olawe 'Ohana (PKO) und Kaho'olawe Island Reserve Commission (KIRC) rund 3 Tonnen Müll an der Küste von Kaho'olawe. Die Insel gehört zu Hawaii und wurde viele Jahre für militärische Trainingszwecke der USA genutzt. Seit 1994 ist sie jedoch geschützt. Nun wird Kaho'olawe von einer neuen Gefahr bedroht: Verschmutzung. Massen an Fischereiausrüstung und Einwegplastik werden aus dem Pazifik an die Insel gespült. Mit einem Insel Clean-Up ist es aber nicht getan - wir müssen Plastik schon stoppen ✋, bevor es überhaupt produziert wird. Wie tragt ihr dazu bei in einer plastikfreien Welt zu leben? . Fotos: © Tim Aubry / Greenpeace . . #plasticfreemovement #plastikfrei #breakfreefromplastic #hawaii #cleanup

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EU beschließt Verbot von Einweg-Plastik - Darum geht es genau

Das EU-Verbot von Plastiktellern, Trinkhalmen und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff ist unter Dach und Fach. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Mittwochmorgen in Brüssel auf die Einzelheiten. Das Verbot soll dazu beitragen, die Massen von Plastikmüll in der Umwelt und in den Weltmeeren einzudämmen. Außerdem soll mehr recycelt werden. Bis 2030 sollen alle PET-Plastikflaschen in der EU zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen, erklärte die österreichische Ratspräsidentschaft. Bis 2030 soll diese verbindliche Vorgabe auf 30 Prozent angehoben werden.

Die Einigung der Unterhändler muss nun noch abschließend vom Parlament und den Mitgliedstaaten abgesegnet werden. Zwei Jahre später - voraussichtlich Anfang 2021 - würde sie dann in Kraft treten.

Die EU-Kommission hatte im Mai vorgeschlagen, Einmalgeschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und andere Wegwerfartikel aus Plastik zu verbieten. Die Menge an Lebensmittel-Verpackungen und Trinkbechern soll mit Reduktionszielen zurückgedrängt werden. EU-Parlament und EU-Länder hatten die Pläne im Gesetzgebungsverfahren leicht verändert. Sie müssen die Einigung der Unterhändler noch offiziell bestätigen. In Kraft treten werden die Änderungen voraussichtlich in gut zwei Jahren. 

Video: Sechs Kilo Plastik im Bauch eines toten Wals

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Plastik-Verbot der EU wird fast jeden betreffen

Die Strategie gegen Plastikmüll dürfte für fast Jeden im Alltag spürbare Veränderungen bringen. Verboten werden sollen aber nur Gegenstände, für die es bessere Alternativen gibt. Bedeutsam ist das Paket vor allem für die Kunststoffbranche, die nach Behördenangaben 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro machte und 1,5 Millionen Menschen beschäftigte.

Die EU-Kommission verspricht sich von dem Plan große Umweltvorteile. Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen. Die Kommission begründet den Vorstoß vor allem mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren seien Plastik.

Nicht nur Plastik-Verbot - auch allgemeine „Verantwortung für den Müll“

Teil der neuen Strategie ist die Beteiligung von Herstellern an den Kosten für das Aufräumen. So könnte die Tabakindustrie künftig für das Einsammeln von Zigarettenstummeln zur Kasse gebeten werden.

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dpa

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