Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Und das Patentrezept?

Breite Kritik an EU-Flüchtlingsbeschlüssen. Die wütende Kritik an den EU-Beschlüssen zur Verhinderung von Flüchtlingskatastrophen – auch wenn sie hinter dem Machbaren zurückbleiben –, erweckt den Eindruck, als gäbe es Patentrezepte, die an der Trägheit, dem Unwillen oder dem Zynismus aller Beteiligten scheitern.

Dem ist aber nicht so. Richtig ist zwar, dass die EU-Staaten mehr zur Rettung Schiffbrüchiger und zur Überwachung verdächtigen Schiffsverkehrs beitragen könnten, als sie das derzeit tun. Richtig ist auch, dass Länder wie Italien oder Griechenland nicht automatisch zur Hauptlast verdammt werden dürfen, weil sie über lange Mittelmeerküsten verfügen. Und richtig ist schließlich, dass ein gesamteuropäischer Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge gefunden werden muss. Aber dann beginnt das Wunschdenken.

Eine Regierung, die das Übel von Flucht und Vertreibung an der „Wurzel“ packen wollte, wie das so vehement verlangt wird, muss ihren Bürgern auch reinen Wein über den Preis einschenken. Die Quellen der Flüchtlingsströme austrocknen zu wollen, wäre ein hoffnungsloses Unterfangen und würde die Bereitschaft zu militärischem Eingreifen voraussetzen. Ähnliches gilt für die Schlepperbanden, die oft selbst Teil der verworrenen lokalen Machtstrukturen sind. Auffanglager in Syrien, Libyen oder dem Jemen sind derzeit weder politisch noch technisch umsetzbar. Und wer in allen Ländern, in denen nach dem deutschen Grundgesetz asylberechtigte Menschen auf Ausreise warten, Antragsbüros installieren und für sicheres Geleit sorgen wollte, der müsste daheim die Verantwortung für Masseneinwanderung mit allen problematischen Begleiterscheinungen tragen: Überdehnte Sozialetats, überlastete Gemeinden, verslumende Städte – und in letzter Konsequenz radikalisierte Bevölkerungsschichten.

Das Flüchtlingsproblem, das ist die unbequeme Wahrheit, wird Europa noch sehr sehr lange beschäftigen. Und es wäre schon ein Erfolg, wenn es sich nicht weiter zuspitzt.

Lorenz von Stackelberg

Sie erreichen den Autor unter

Lorenz.Stackelberg@ovb.net

Kommentare