Opposition lästert über Söders Kirchenbesuch

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Markus Söder (CSU) hat als erster amtierender bayerischer Ministerpräsident die mittelschwäbische Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild besucht.

„Wir Christen sind Ihnen überaus dankbar, dass Sie ein Zeichen für das Christentum setzen“, begrüßte ihn Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart am Mittwoch in Ziemetshausen. Söder selbst äußerte sich nicht öffentlich. Nach seiner Ankunft begab er sich für eine Andacht in die Kirche. Dann entzündete er in der Mariengrotte eine Kerze mit der Aufschrift „Gott schütze Bayern“. 400 Menschen nahmen an dem Termin teil.

Söder hatte den Stopp in Vesperbild auf seinem Weg zur Kabinettssitzung in Ursberg eingelegt. Die Opposition reagierte mit Spott auf den Ministerpräsidenten. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann warnte vor einer durchschaubare Instrumentalisierung des Glauben. „Ich komme grundsätzlich ins Grübeln, wenn jemand seinen Glauben derart penetrant inszeniert. Die Bildbotschaft, die Ministerpräsident Söder aus Maria Vesperbild sendet, verstärkt meine Zweifel“, sagte Hartmann. Söder präsentiere sich nicht als demütiger Christ. „Eher als der Auserwählte, als der er sich möglicherweise fühlt.“ Ähnlich äußerte sich Markus Rinderspacher. „Markus ,Weihrauch‘ Söder könnte sich mit diesen Fotos um das Amt des Papstes bewerben, wenn er nicht evangelisch wäre“, ätzte der SPD-Fraktionschef, der Mitglied der Landessynode ist. „Aber mit Imagebildchen alleine gewinnt man kein Vertrauen bei den Kirchen, sondern nur mit wertegebundener Politik.“

FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen sagte, er gönne Söder den Ausflug. „Angesichts der Umfragewerte kann er göttlichen Beistand gut gebrauchen.“  kna/mik

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