Offene Worte eines Ex-Kumpels

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Früher war Jörg Sartor Bergmann, unter anderem in der Zeche Zollverein in Essen.

Unter Tage müssten die Dinge klar angesprochen und geregelt werden, sagte der 61-Jährige der „FAZ“. Und weil oben nicht falsch sein kann, was unten gilt, handelte Sartor auch, als

er bei seiner Tafel in Essen eine zunehmende Schieflage erkannte.

Sartor ist seit 13 Jahren bei der Tafel engagiert, er ist Vorsitzender in Essen und Vize-Vorsitzender des Tafelverbands in NRW. Außerdem ist er seit Kurzem deutschlandweit bekannt, weil sein Hilfsverein vorerst nur noch Notleidende mit deutschem Pass neu aufnimmt, was für jede Menge Empörung gesorgt hat. Dem ehemaligen Kumpel stinkt das gewaltig. Den Vorwurf, die Entscheidung sei diskriminierend, lässt er nicht gelten. Der Ausländeranteil unter den Tafelkunden sei von 40 auf zuletzt 75 Prozent gestiegen, mit der Entscheidung habe man mehr Gerechtigkeit herstellen wollen, sagt er. „In Wirklichkeit haben wir Deutsche diskriminiert.“

Sartor glaubt an eine „vernünftige Integration“ – wie in den Fußballteams, in denen sein Sohn jahrelang spielte. Der Ausländeranteil habe stets bei etwa 80 Prozent gelegen. „Probleme gab es nur, wenn mehr als drei von einer Sorte waren.“ Im Übrigen gilt weiterhin: Schieflagen offen ansprechen, auch im Gespräch mit ganz oben. „Von mir aus kann die Angela mich anrufen“, sagte er in einem Interview. „Ich würde der das so sagen, wie es ist.“  mmä

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