Obama auf den Spuren von Hollande?

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Berichte über massive Ehekrise im Weißen Haus – First Lady plant angeblich Scheidung nach dem Ende der Amtszeit Von Friedemann Diederichs

Washington – Es war ein verräterischer Halbsatz auf der Titelseite, den sich die seriöse und Barack Obama nahestehende „New York Times“ kürzlich leistete. Gewöhnlich widmet sich das überregionale Blatt nicht dem Privatleben des US-Präsidenten – es sei denn, Fotografen dürfen zu von Obama autorisierten Fototerminen. Doch diesmal machten die Redakteure eine Ausnahme – weil es offenbar begründeten Anlass dazu gibt: Dass First Lady Michelle Obama nach dem Weihnachtsurlaub der Familie auf Hawaii allein auf der Insel für zehn Tage zurück geblieben sei, habe für „Berichte über eine Ehekrise“ gesorgt.

Weiter wollte sich die „New York Times“ nicht vortasten, und auch andere führende Medien wie die „Washington Post“ oder CNN schwiegen das brisante Thema bisher tot. Denn sie alle fürchten wohl die Rache des Weißen Hauses. Obamas Pressesprecher Jay Carney hat nämlich immer wieder klar gemacht: Wer sich zu weit in die Privatsphäre der „First Family“ vorwagt, wird bei Pressekonferenzen nicht mehr als Fragesteller aufgerufen und auch sonst geächtet.

Derartige Rücksichten müssen jedoch andere Zeitungen und Magazine nicht nehmen. Und so waren in den letzten Tagen und Wochen dort immer wieder Beiträge zu finden, die das Bild eines massiven Zerwürfnisses in einem nach außen stets als vorbildlich verkauften Verhältnis ergeben: Obama sei von der Gattin ertappt worden, nachdem er sich – auf den Spuren von Francois Hollande – zu einem Rendezvous auf Abwege begeben habe und Leibwächter versucht hätten, dies zu vertuschen. Und: Man nächtige längst in getrennten Schlafzimmern.

Die wohl detaillierteste Darstellung der Eiszeit im Weißen Haus lieferte jetzt der „National Enquirer“. Michelle Obama hätte einen Anwalt konsultiert und werde sich unmittelbar nach dem Ende der Amtszeit ihres Mannes im Januar 2017 scheiden lassen. Heftige Wortgefechte habe es zuletzt nach der Beisetzung von Nelson Mandela gegeben. Auf der Trauerfeier hatte Barack Obama – von Fotografen dokumentiert – unverhohlen mit der blonden dänischen Premierministerin Helle Thorning-Schmidt geflirtet und in bester Laune mit dem Handy ein „Selfie“ aufgenommen, während Michelle Obama dem Treiben mit finsterer Miene folgte.

Der „Enquirer“, der auch mit der Enthüllung eines unehelichen Kindes des demokratischen Ex-Präsidentschaftskandidaten John Edwards eine später bestätigte Exklusivgeschichte gelandet hatte, will sogar schon wissen: Zum Ende der Amtszeit werde Obama nach Hawaii ziehen, während sich Michelle und die Töchter Sasha und Malia weiter in Washington aufhalten wollen.

Dass das prominente Paar bereits einmal unter erheblichen Eheproblemen litt, räumte Obama in einer seiner Biografien ein. Auch der Washingtoner Reporter Richard Wolffe berichtete 2009, dass im Jahr 2000 eine Scheidung nur knapp vermieden wurde: „Sie war über seinen Egoismus und seine Karrieresucht verärgert. Er dachte, sie sei kalt und gefühllos“, schilderte Wolffe unwidersprochen das damalige Zerwürfnis. Familientherapie, so Barack Obama in seinen Erinnerungen, habe mitgeholfen, die Krise zu überwinden.

Einen Hinweis auf die tatsächliche Lage hatte auch die frühere französische First Lady Carla Bruni geliefert, als sie Michelle Obama mit den Worten zitierte: Das Leben im Weißen Haus sei „die Hölle“. Und 2012 enthüllte der politische Autor Edward Klein, Obama sei über seine zerrüttete Ehe bereits im Jahr 2000 so deprimiert gewesen, dass Freunde in Chicago einen Selbstmord fürchteten.

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