Obama prüft Alleingang gegen das Assad-Regime

US-Option: Von Schiffen auf Syrien abgefeuerte Raketen.
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US-Option: Von Schiffen auf Syrien abgefeuerte Raketen.

Washington – Nach dem britischen Nein zur Beteiligung an einem Militärschlag gegen Syrien richten sich die Augen auf US-Präsident Obama. Mit Spannung wird erwartet, ob er notfalls einen Alleingang in Kauf nimmt, um Diktator Assad wegen des vermuteten Einsatzes von Giftgas in die Schranken zu weisen.

Die Chemiewaffen-Experten der UN schlossen ihre Untersuchungen in Syrien ab.

Am Abend erklärte Außenminister John Kerry, die USA hätten „klare und schlüssige“ Beweise, dass das syrische Regime am 21. August chemische Waffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat. Die US-Geheimdienste hätten alle Fakten ausführlich überprüft und seien sich sicher, was exakt passiert sei. Die Ergebnisse der Untersuchung der UN würden keine zusätzlich nötigen Beweise erbringen. Bei dem Angriff seien 1429 Menschen getötet worden, darunter mindestens 426 Kinder, sagte Kerry. Dies sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Frage sei nicht mehr, was bekannt sei, sondern was die Welt nun gemeinschaftlich dagegen unternehmen wolle.

Zählen kann Washington wohl auf eine Unterstützung Frankreichs. Präsident François Hollande will eine internationale Reaktion gegen Syrien notfalls auch ohne UN-Mandat: „Wenn der Sicherheitsrat nicht in der Lage ist zu handeln, wird sich eine Koalition formieren.“ Frankreich sei bereit. Die US-Bürger stehen einer Umfrage zufolge einem Militäreinsatz skeptisch gegenüber. 50 Prozent sagten, sie lehnten eine solche Operation ab. 42 Prozent sprachen sich dafür aus.

Moskau will mit seinem Vetorecht im UN-Sicherheitsrat jede UN-Resolution für einen Militäreinsatz verhindern. „Russland lehnt jeden Beschluss des Weltsicherheitsrates ab, der die Möglichkeit einer Gewaltanwendung vorsieht“, sagte Vizeaußenminister Gatilow. Moskau warnt vor einem Flächenbrand im Nahen Osten.

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