Obama: Wir haben die IS-Miliz unterschätzt

„Syrien wie Ground Zero für Dschihadisten“: Obama
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„Syrien wie Ground Zero für Dschihadisten“: Obama

Syrien/Irak . Washington/Bagdad – US-Präsident Barack Obama hat eingeräumt, dass die USA die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterschätzt hätten.

Zugleich sei die Fähigkeit des irakischen Militärs überschätzt worden, die Gruppe zu stoppen. In einem CBS-Interview wurde Obama nach Angaben des Senders danach gefragt, ob er eine entsprechende Einschätzung des nationalen Geheimdienstdirektors James Clapper teile. „Das trifft zu“, antwortete Obama. „Das trifft absolut zu.“

CBS bezeichnete die Äußerung des Präsidenten als eine der offensten, die er bisher zum Aufstieg des IS gemacht habe. Demnach führte er das Erstarken unter anderem auf das Bürgerkriegschaos in Syrien zurück, das der Gruppe Raum zum Wachsen gegeben habe. Zudem sei es der Miliz gelungen, ausländische Kämpfer aus verschiedenen Ländern in Syrien zu versammeln. „Und so wurde es Ground Zero für Dschihadisten aus aller Welt“. Eine sehr geschickte Kampagne in den sozialen Medien habe bei der Rekrutierung von Kämpfern geholfen.

Unterdessen rücken die IS-Truppen immer näher an die kurdische Stadt Ain al-Arab im Norden Syriens heran. Die Extremisten seien nur noch vier bis sieben Kilometer von dem Ort entfernt, sagte der Vorsitzende der selbst ernannten Regionalregierung des Gebiets, Anwar Muslim. Sie griffen Kobane, wie die Stadt auf Kurdisch heißt, aus allen Richtungen an. Die Terrormiliz setze dabei schwere Artillerie ein.

Die Dschihadisten versuchen seit Tagen, Ain al-Arab und umliegende Dörfer einzunehmen. Die Orte liegen an der türkischen Grenze in einer Enklave, die bisher von den kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wurde.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte gestern, dass sein Land eine militärische Unterstützung für die von den USA angeführte Koalition gegen die IS erwägt. Auch einen Einsatz von Bodentruppen schloss Erdogan nicht aus. Zugleich betonte er aber, dass langfristig ein militärisches Vorgehen gegen den IS nicht ausreiche, um die Dschihadistenmiliz zu besiegen. Bomben könnten nur eine „provisorische Lösung“ sein, sagte Erdogan.

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