DER OBAZDE UND DAS MARKENRECHT

Nutznießer kontrollieren

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Wenn es ums Essen geht, versteht der Bayer keinen Spaß.

Darum schlägt es vielen auf den Magen, dass der Obazde scheinbar ins Visier der EU-Behörden geraten ist. Wo kämen wir da hin, wenn die beliebte Biergartenspezialität nicht mehr heißen darf, wie sie halt heißt – oder dass der Wirt sich penible Kontrollen gefallen lassen muss?

Wer die Schuld dafür bei der EU und ihrer Regulierungswut sucht, macht es sich aber zu leicht. Schließlich geht der Markenschutz für den Obazdn auf eine Initiative aus dem Freistaat zurück. Die Bayerische Vereinigung der Milchwirtschaft hat sich schon etwas bei ihrem Antrag auf geschützte Herkunftsbezeichnung gedacht – schließlich profitieren auch die regionalen Produzenten von Parmaschinken, Champagner oder Schrobenhausener Spargel davon, dass nur sie den jeweiligen Namen auf die Packung drucken dürfen. Das bremst Billig-Imitate aus.

Zurecht ärgern sich aber Gastwirte, die nur kleine Mengen Obazda anrühren. Dass sie sich zusammentun, um den Bürokratieaufwand gering zu halten, ist vernünftig. Noch vernünftiger wäre es, wenn sich die bayerischen Behörden darauf beschränken würden, dort zu kontrollieren, wo man von der Schutzverordnung wirklich profitiert (und sie deshalb haben wollte): bei der Industrie.

Josef Ametsbichler

Sie erreichen den Autor unter

Josef.Ametsbichler@ovb.net

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