STUDIE ZU ASYLBEWERBER-KRIMINALITÄT

Und nun?

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Auch wenn mancher jetzt eine Betroffenheitsmiene aufsetzt: Dass der Zuzug hunderttausender Migranten, die meisten von ihnen jung und männlich und mit Gewalterfahrung, nicht nur unsere kulturelle Vielfalt bereichert, sondern auch die Kriminalitätsstatistik, sollte niemanden überraschen.

Um das herauszufinden, genügt der gesunde Menschenverstand. Oder der tägliche Blick in die Zeitung.

Spannend wird’s, wenn es um die politischen Schlussfolgerungen geht. Gesicherte Grenzen, beschleunigte Verfahren und konsequente Abschiebung jener, die kein Bleiberecht erhalten, fordert die CSU, die Rücknahme des bayerischen Arbeitsverbots für die in den Heimen vor sich hin gammelnden Flüchtlinge verlangen die Grünen. Beide haben Recht. Falsch allerdings liegt, wer aus der neuen Studie über kriminelle Zuwanderer herauslesen will, dass der deutsche Staat beim Familiennachzug (noch) großzügiger werden soll. Denn die, um die es in der Debatte geht, die subsidiär geschützten Syrer, haben ein Bleiberecht, das die meisten von ihnen nicht aufs Spiel setzen wollen. Mit einer neunfach höheren Wahrscheinlichkeit straffällig werden laut der Studie andere: Tunesier, Marokkaner und Algerier, deren vorgebrachte Asylgründe fast nie anerkannt werden, die aber wegen der Weigerung der Grünen, ihre Herkunftsländer als sicher zu betrachten, dennoch oft Jahre in Deutschland bleiben, bis sie den Behörden- und Rechtsweg durchschritten haben – und auch dann nicht abgeschoben werden, wenn ihre Heimatländer sie nicht zurücknehmen.

Bei ihnen muss ansetzen, wer das Land sicherer machen will. Das geht mit Kooperationsangeboten und wirtschaftlichem Druck auf die Regierungen des Maghreb. Die von Berlin ausgelobten Rückkehrprämien hingegen sind ein zweischneidiges Schwert, weil sie Daheimgebliebene dazu animieren, sich auch noch auf den Weg zu machen.

Georg Anastasiadis

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