Noch mehr Frauenpower in die CSU-Spitze

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Angelika Niebler soll Seehofers Vizin werden

Porträt . München – Wollen die CSU-Delegierten im November auf dem Parteitag so wie ihr Parteichef Horst Seehofer – und wer will daran ernstlich zweifeln?

– dann rückt noch mehr Frauenpower in die Parteispitze ein. Neben der kämpferischen Fränkin Barbara Stamm soll dann auch die Oberbayerin Angelika Niebler das Quartett der Stellvertreter Seehofers verstärken. Mit der 52-jährigen wird – zusammen mit dem ebenfalls berufenen EVP-Fraktionschef Manfred Weber – nicht nur geballte Europa-Kompetenz in der Parteispitze verankert. Niebler verfügt als Vorsitzende der Frauen-Union in Bayern über eine eigene Hausmacht mit 25 000 Mitgliedern. Da werden sich die Männer der Christsozialen bei bestimmten Themen künftig möglicherweise noch wärmer anziehen müssen.

Die Nominierung zur Vizin sei „eine Ehre“ für sie, sagt Niebler im Gespräch mit unserer Zeitung und wiegelt gleich Fragen nach möglicherweise damit verbundenen neuen Karrierezielen ab. Ein Wechsel in die Landespolitik sei kein Thema. „Ich stehe für dieses Europa, bin seit 1999 Mitglied im Europäischen Parlament, dort etabliert und bis 2019 gewählt.“ Sie hat dort nicht nur viel erlebt – am emotionalsten sei für sie 2004 die Osterweiterung der EU gewesen, meint sie –, sondern auch einiges bewegt: sei es im Umwelt- und Klimaschutz oder, für die Bürger wohl am konkretesten spürbar, bei der Absenkung (und hoffentlich bald auch Abschaffung) der sogenannten Roaming-Gebühren. Dass die Abzocke bei Handy-Telefonaten aus dem EU-Ausland aufgehört hat, daran hatte Niebler als Verhandlungsführerin des Parlaments gegenüber dem Rat und der EU-Kommission maßgeblichen Anteil. Aktuell kämpft sie bei den Gesprächen um das Freihandelsabkommen mit den USA leidenschaftlich gegen die Installierung privater Schiedsgerichte im TTIP – einer der Hauptkritikpunkte vieler Vertragsgegner.

Dass der Tag nur 24 Stunden hat, ist bei den vielen Jobs und Aufgaben wie im Falle Niebler eine durchaus sportliche Herausforderung an die vielgerühmte Multitaskingfähigkeit einer Frau. Neben dem Dauerpendeln im Alltags-Dreieck München-Brüssel-Straßburg hat die promovierte Rechtsanwältin auch noch einen Sitz im ZDF-Verwaltungsrat in Mainz als Vertreterin freier Berufe inne, ist Lehrbeauftragte an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München und übt zahlreiche Ehrenämter in Vorständen und Stiftungen aus. Und vor allem: Sie ist Mutter zweier Söhne und seit 1995 mit Dr. Michael Niebler verheiratet.

Viel Spielraum für Hobbies bleibt da nicht. Aber wenn sie doch einmal Freizeit hat, verbringt sie sie am liebsten beim Bergwandern oder Skilaufen – auch da werden ja so manche Gipfel erklommen. Alexander Weber

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