NEONAZIS IN BAYERN

Neonazis in Bayern Wie viele Neonazis leben in Bayern?

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Neonazis demonstrieren 2013 in Dorfen.

Wie viele Neonazis leben in Bayern? Über die Größe der Szene kann auch jemand wie Heidi Benneckenstein, die selbst dort aktiv war, nur spekulieren.

Nicht jeder trägt seine Gesinnung offen zur Schau, nicht jeder wird aktiv. Auch der Staat kann die Zahl der Rechten im Freistaat nicht genau beziffern. Im letzten bayerischen Verfassungsschutzbericht ist die Rede von rund 2200 Rechtsextremen in Bayern, davon gelten 1000 als gewaltorientiert. Der Verfassungsschutz beobachtet einzelne Personen und bestimmte Gruppen – und stellt fest, dass die Zahl der Extremisten insgesamt nicht weniger geworden ist. Stattdessen habe die Konfrontationsbereitschaft unter extremistischen Gruppen – zu denen Linke genauso gehören wie Islamisten und Rechte – zugenommen, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Frühsommer dieses Jahres.

Bei den Übergriffen auf Asylbewerber und ihre Unterkünfte setze sich ein rückläufiger Trend fort. In den ersten Monaten des Jahres 2017 wurden insgesamt 14 rechtsextremistisch motivierte Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte und acht rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten gegen Asylbewerber registriert. Im Vorzeitraum wurden mehr als 60 solcher Übergriffe auf Unterkünfte und mehr als 20 auf Asylbewerber gemeldet.

Die Strukturen der Identitären Bewegung Deutschland (IBD) in Bayern haben sich zuletzt verfestigt.

Es gibt zum Beispiel Ortsgruppen in Bad Tölz, dem Chiemgau, dem Mangfalltal, Mühldorf, München, Passau, Regensburg und dem Rupertiwinkel. Die Gruppierung wird von Experten als Spielart des Rechtsextremismus eingestuft.

Die Zahl der Reichsbürger und Selbstverwalter in Bayern beläuft sich laut den Behörden derzeit auf 3000 Personen, darunter sind viele Verschwörungstheoretiker, psychisch Kranke, Staatsverdrossene, aber auch Neonazis. Die meisten Anhänger sind 50 Jahre oder älter. „Die Szene findet offensichtlich kaum Anklang bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen“, konstatierte Minister Herrmann zuletzt. Besonders im Visier der Sicherheitsbehörden sind Reichsbürger, die Waffen besitzen. 235 Waffenbesitzer sind in Bayern eindeutig der Reichsbürgerszene zugeordnet worden, in 209 Fällen wurden Entzugsverfahren eingeleitet. Im Fokus der Öffentlichkeit war zuletzt Reichsbürger Wolfgang P. aus Georgensgmünd in Mittelfranken, der einen Polizisten erschoss. Ende Oktober wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

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