KOMMUNIONSTREIT

Nachsitzen

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Es war so schön geplant: Nach dem Reformationsgedenken 2017 sollte ein deutliches Zeichen der wachsenden Ökumene gegeben werden.

Zumindest im Bereich der konfessionsverschiedenen Ehen sollte ein Anfang gesetzt werden: die große Mehrheit der katholischen Bischöfe wollte schriftlich fixieren, dass evangelische Ehepartner unter – allerdings durchaus strengen – Bedingungen zur Kommunion gehen dürfen. Aber weit gefehlt.

Selbst auf diese Ausnahmeregel konnte sich der deutsche Episkopat bisher nicht einigen. Der Vatikan wurde zu Hilfe gerufen, die Handreichung zurückgepfiffen, die Bischöfe müssen nachsitzen. Das jüngste Treffen der Bischöfe brachte auch nur kleine Fortschritte. Jeder Bischof soll zunächst selber entscheiden, ob und in welchem Fall er Ausnahmen duldet. Es stimmt zwar: Mit einer unverbindlichen Orientierungshilfe kann die bislang in zahlreichen Gemeinden praktizierte „heimliche“ Kommunionteilnahme aus der Grauzone geholt werden. Aber halt nicht überall. Dort, wo der Bischof seinen Segen verweigert, darf ein Pfarrer dem evangelischen Ehepartner eines Gottesdienstbesuchers die Kommunion nicht reichen. Und ansonsten gilt: Es wird weiter um eine gemeinsame Lösung gerungen.

Ökumene ist ein mühsames Geschäft. Daran haben auch das Reformationsgedenken und die vielen Freundschaftsbekundungen zwischen evangelischen und katholischen Amtsträgern nichts geändert. Die Menschen in den Gemeinden aber können nur noch den Kopf schütteln.

Claudia Möllers

Sie erreichen die Autorin unter

Claudia.Moellers@ovb.net

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