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Meuchelmörder mit tödlichem Regenschirm

Morde im Auftrag von Diktatoren sind keine Seltenheit. Zu den spektakulärsten Fällen gehört der Tod von Georgi Markow.

Die Waffe hätte aus der Werkstatt von „M“, dem Waffenmeister des britischen Superagenten James Bond 007, stammen können: Ein Regenschirm, aus dessen Spitze eine winzige Kugel, geladen mit einem tödlichen Gift, abgefeuert wird.

Das Mordinstrument kam aus Bulgarien. Man bezeichnet es zynisch als „Bulgarischen Regenschirm“. Und das nur 1,52 Millimeter große Geschoss, das am 7. September 1978 auf der Londoner Waterloo-Bridge in den Unterschenkel von Georgi Markow (49) injiziert wurde, kostete den bulgarischen Dissidenten das Leben. Er starb drei Tage später eines qualvollen Todes.

Es war ein Mord wie aus einem Agententriller. Der Auftraggeber hieß Todor Schiwkow, war damals bulgarischer Diktator und stocksauer auf Markow, der ihn immer wieder attackiert hatte. Der Anschlag auf den an einer Bushaltestelle wartenden Markow erfolgte exakt am Geburtstag des bulgarischen Staatschefs. Kein Zufall: Wie es scheint, wollte sich der Diktator ein ebenso perverses wie „persönliches“ Geburtstagsgeschenk machen – den Tod eines Mannes, der sich weigerte, über seinen Staatsterror zu schweigen.

Die winzige Kugel kam aus einem KGB-Geheimlabor in der Sowjetunion. In sie waren zwei nur 0,34 Millimeter große Löcher gebohrt, mit Rizin gefüllt und mit bei Körpertemperatur schmelzendem Wachs verschlossen worden.

Rizin gilt als Wunderwaffe für Agenten und Terroristen. Es wird aus dem Samen der Rizinusstaude, auch Wunderbaum genannt, gewonnen. Injiziert, lähmt es den Körper und die Atmung, Herz und Organe kollabieren. Es ist eine der wenigen biologischen Waffen, die den Kalten Krieg überlebt haben – und es ist eine der grausamsten, denn bis heute gibt es weder ein Gegenmittel noch eine Therapie. Die UN führen Rizin in der Liste der Chemiewaffen-Konvention.  wm

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