Mehr Gewalt durch Migranten

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Die Treppe vor dem Kölner Dom steht seit der Silvesternacht 2015/16 symbolisch für die Probleme mit jungen Männern aus Nordafrika. Jetzt gibt es wissenschaftliche Zahlen. dpa

Sind Zuwanderer krimineller als schon länger in Deutschland lebende Menschen? Eine neue Studie legt nahe, dass vor allem junge Männer aus Nordafrika ohne Bleibeperspektive eine auffällige Gruppe sind. Was kann der Staat tun?

Studie

Von Mike Schier und Christina Sticht

Das Problem

Es sind unbequeme Zahlen und unbequeme Erkenntnisse. Aber wer die Debatte um Zuwanderung in Deutschland richtig führen will, dürfte um sie nicht herumkommen. Die Studie „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“, die das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hat, verzeichnet einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Zunahme der Migration und dem Anstieg der Gewalttaten. Die Zahlen beziehen sich zwar alle auf Niederachsen, doch weil es sich um ein durchschnittliches Bundesland handelt, halten die Forscher sie in weiten Teilen für generalisierbar.

Demnach stieg zwischen 2014 und 2016 die Zahl der polizeilich registrierten Gewalttaten in Niedersachsen um 10,4 Prozent. Die Analyse dieser zu 83 Prozent aufgeklärten Straftaten ergab, dass der Anstieg zu 92,1 Prozent tatverdächtigen Flüchtlingen zuzurechnen war. Dazu zählten Asylbewerber, Asylberechtigte, Kontingentflüchtlinge, geduldete und illegal in Deutschland lebende Ausländer.

Eklatant sind die Unterschiede: Zwei Drittel (65,4 Prozent) der aufgeklärten Fälle von Gewalttaten mit tatverdächtigen Flüchtlingen sind den männlichen 14- bis unter 30-Jährigen zuzurechnen. Frauen fallen dagegen kaum auf. Auch bei der Herkunft gibt es starke Besonderheiten: So fielen Syrer, Iraker und Afghanen deutlich seltener auf; Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien hingegen besonders oft. Letztere stellten 2016 nur 0,9 Prozent der in Niedersachsen registrierten Flüchtlinge, aber 17,1 Prozent der tatverdächtigen Gewalttätern. Bei den Raubdelikten liegt sie sogar bei 31 Prozent und übersteigt damit ihren Bevölkerungsanteil um das 35-fache.

Bemerkenswert sind auch die unterschiedlichen Opfer. „So haben sich vorsätzliche Tötungsdelikte, bei denen Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt wurden, zu über 91 Prozent unter Flüchtlingen oder sonstigen Nichtdeutschen abgespielt“, schreiben die Forscher. Bei Raubdelikten sind dagegen zu 70 Prozent Deutsche die Opfer, bei Sexualdelikten knapp 60 Prozent.

Die Analyse

Die Forscher sehen einige klare Zusammenhänge (siehe auch Interview unten). Je geringer die Bleibeperspektive ist, desto schneller sinken die Skrupel. Und auch das Fehlen von Frauen sei ein Problem: Während der Frauenanteil in Niedersachsen generell bei 50,9 Prozent liegt, beträgt er unter Flüchtlingen nur 22,3 Prozent. Damit falle die „gewaltpräventive, zivilisierende Wirkung“ von Ehefrauen, Schwestern oder Müttern weitgehend weg.

Die Diskussion

Ministerin Katarina Barley (SPD) mahnt eine „gute und menschliche Regelung für den Familiennachzug“ an. Die Studie mache deutlich, wie wichtig Frauen für eine gelingende Integration seien. Das Thema (und die Studie) dürften damit auch die Koalitionsgespräche prägen.

Die ganze Untersuchung findet man unter www.kfn.de

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